Paulus: Eiferer für die Sache Jesu, um der Menschen willen

Gedanken von Gabriele Gerte und F. Irenäus Herzberg

Apostel Paulus: Mosaik, Oratorium Sant’Andrea, Ravenna, 5. Jh.

Am 25. Januar feiert die Kirche das Fest der Bekehrung des heiligen Paulus von Tarsus. Ein Anlass, sich etwas näher mit diesem Glaubenszeugen zu beschäftigen: Wer war Paulus eigentlich?

Geschichtlich gesichert ist folgendes:

Saulus, später als Paulus bekannt, war ein gebildeter, vermögender und gesetzestreuer Jude mit römischem Bürgerrecht. Er war der griechischen, aramäischen und hebräischen Sprache mächtig und studierte als Schüler des Gamaliel in Jerusalem. Er gehörte als eifriger gesetzestreuer Jude zu den Pharisäern – jener Fraktion, die eine strenge Befolgung der mosaischen Gesetze und aller übrigen jüdischen Traditionen lehrte (vgl. z.B. Mk 7,5.13). Es ist bekannt, dass er hartnäckig die Christen verfolgte und bereits zur Steinigung des Stephanus Beihilfe leistete (vgl. Apg 7,58).

Dann aber geschah etwas völlig Unerwartetes: Auf einer Reise nach Damaskus, die ebenfalls der Christenverfolgung dienen sollte, hatte er eine Erscheinung Jesu:

Während er nun so dahinzog und schon in die Nähe von Damaskus gekommen war, umstrahlte ihn plötzlich ein Lichtschein vom Himmel her; er stürzte zu Boden und vernahm eine Stimme, die ihm zurief: »Saul, Saul! Was verfolgst du mich?« Er fragte: »Wer bist du, Herr?« Jener antwortete: »Ich bin Jesus, den du verfolgst! Doch stehe auf und geh in die Stadt hinein: dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst!« Saulus erhob sich dann von der Erde; obwohl jedoch seine Augen geöffnet waren, konnte er nichts sehen: an der Hand musste man ihn nach Damaskus hinführen, und er war drei Tage lang ohne Sehvermögen; auch aß und trank er nichts.

(Apg 9,3-6.8.9)

Ein in Damaskus lebender Jünger namens Hananias legte ihm die Hände auf und sprach:

»Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist: du sollst wieder sehen können und mit heiligem Geist erfüllt werden.« Da fiel es ihm sogleich von den Augen ab wie Schuppen: er konnte wieder sehen, stand auf und ließ sich taufen. Einige Tage war er nun mit den Jüngern in Damaskus zusammen; dann predigte er sogleich in den dortigen Synagogen von Jesus, dass dieser der Sohn Gottes sei.

(Apg 9,17-18.19b.20)

Was für ein gewaltiges, unbeschreibliches, beeindruckendes und umwälzendes Erlebnis muss Saulus widerfahren sein, dass er sein bisheriges Leben und seine Lebensweise aufgab und sprichwörtlich sein Leben auf den Kopf stellte?! Dieses Erlebnis hat ihm quasi den Boden unter den Füßen weggezogen. Alles was vorher war und zählte (Reichtum, Macht, Gesetzestreue usw.) „sah“ er plötzlich nicht mehr. Er war wie umgewandelt, wie neugeboren, neugeboren im Licht Jesu. Der Herr hat ihn tief beeindruckt, seine Worte und seine Lehren waren für ihn, den gläubigen Juden, nun das Maß aller Dinge. Er verinnerlichte seine Lehre so sehr, dass er, wie auch Jesus, den Menschen sogar über das mosaische Gesetz stellte. Anstatt die Jünger Jesu zu verfolgen, wurde er nun selbst ein Verkünder Jesu. Er fühlte sich als Apostel berufen (u.a. 2. Kor 13,10, Gal 1,1.12), alle Menschen, auch Nicht-Juden („Heiden“), zu bekehren.

Diese Heidenmission, ursprünglich begonnen durch Petrus (Apg 10,44ff, 15,14), brachte ihm jedoch schon recht bald Ärger mit einigen Judenchristen ein. Für diese zählte nämlich die Beschneidung der Männer und die Einhaltung der übrigen mosaischen Gesetze – einschließlich der Ritualgesetze – zur unbedingten Voraussetzung, um Christ zu werden (u.a. Apg 15,1.5; 16,3). Paulus konnte diese Position eigentlich sehr gut nachvollziehen, war er doch selbst einst „Eiferer für die von den Vätern überkommenen Überlieferungen“ (Gal 1,14) gewesen – jenen Überlieferungen, die sogar einen „Zaun um das Gesetz“ (so das geflügelte rabbinische Wort) legen wollten, damit es ja nicht übertreten werde. Doch nun hatte Paulus erkannt: Es geht Gott zuallererst um den Menschen, welchen er ja nach seinem Bilde erschaffen hat (Gen 1,27) und dem er Orientierung, Anleitung zu einem gelungenen Leben geben will. Als Jünger Jesu hatte Paulus verstanden: Das Gesetz ist für den Menschen da und nicht umgekehrt (Mk 2,27).

Muss man trotzdem zunächst ein frommer Jude wie Jesus, Maria und die ersten Jünger sein, bevor man Christ werden kann? Diese wichtige Frage wurde auf dem Apostelkonzil von Jerusalem, gleichsam der ersten Synode der Kirchengeschichte, verhandelt. Paulus war mit der Mehrheit der Apostel und insbesondere Jakobus der Ansicht, dass man die Einhaltung des mosaischen Ritualgesetzes wie etwa die Beschneidung nicht von den Nicht-Juden verlangen könne (u. a. Apg 15,19). Lediglich die wenigen heidnischen Bräuche, durch welche die Tischgemeinschaft von Heidenchristen und gesetzestreuen Judenchristen auf Dauer unmöglich würde (nämlich der Verzehr von blutigem, ersticktem oder auf Götzenaltären geopferten Fleisch – sowie eheähnliche Beziehungen zwischen nahen Verwandten), wurden den Heidenchristen untersagt; für diese Entscheidung berief man sich ausdrücklich auf den Beistand des Heiligen Geistes (Apg 15,28f).

In seinem berühmten Brief an die Kirche von Rom, die er um Unterstützung für eine Missionsreise ins ferne Spanien ersuchte (Röm 15,24), führte Paulus diese Einsicht noch weiter, indem er schrieb: „Wir halten dafür, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt werde ohne Gesetzeswerke.“ (Röm 3,28) Hier geht es nun nicht allein um das rechte Verständnis des mosaischen Ritualgesetzes. Nein, es geht, wie die vorangehenden Verse zeigen (Röm 3,23-25), um noch viel mehr – um eine letztlich alles entscheidende Botschaft für die Menschen aller Zeiten und Kulturen: Dass nämlich Gott, welcher in Christus selbst Mensch geworden ist, jeden Menschen annimmt und rechtfertigt, der wirklich an ihn glaubt – d.h. tatsächlich jeden, der auf die von Jesus (am Kreuz) erworbene Erlösung vertraut. Wenn Gott eines Tages unser Leben beurteilt, kommt es also nicht darauf an, ob „unsere guten Taten unsere bösen Taten aufwiegen“ – sondern darauf, dass wir in diesem Leben auf Jesus Christus vertraut haben.

Natürlich führt der echte Gottesglaube notwendigerweise dazu, Gott und die von ihm geschaffenen Menschen zu lieben – und sich dafür an den guten Geboten Gottes zu orientieren. Doch auch wer erst am Lebensende seine Lieblosigkeit erkennt, bereut und auf die Barmherzigkeit Gottes durch Jesus Christus vertraut, wird um dieses Glaubens willen von Gott gerechtfertigt und im Endgericht gerettet. Das wohl berühmteste Beispiel hierfür findet sich in der Gestalt des „Schächers“ am Kreuz (Lk 23,38-43).

Doch zurück zur Person des Paulus: Blieb er zeitlebens ein Eiferer? Nun, gewiss nicht mehr im Sinne des Eifers für jegliche jüdische Überlieferung. Als Eiferer bezeichnet man jedoch im eigentlichen Sinne des Wortes eine Person, die sehr zielstrebig vorgeht, um sich ganz und ungeteilt für ein bestimmtes Anliegen einzusetzen. Dies trifft auf Paulus gewiss zu: Er war von Jesu Lehre und Leben derart überzeugt, dass er unbeirrt und unter größten Schwierigkeiten (Widerstand der Juden, Prügel, Steinigung, Gefängnisaufenthalte, Krankheit, Hunger, Schiffbruch usw., 2 Kor 11, 23-28) weite Reisen in ferne Länder (Kleinasien, Griechenland, Italien, ggf. Spanien usw.) auf sich nahm, um den rettenden Glauben an Jesus Christus zu verbreiten. Für die Sache Jesu war Paulus gewiss ein Eiferer, aber stets aus Liebe zu den Menschen.

Fazit

Paulus war ein unermüdlicher Eiferer in der Verkündigung des Evangeliums und der Lehre Jesu. Für Jesus Christus nahm er alle Strapazen und Konfrontationen auf sich. Seine Reden waren provozierend, ja oft sogar recht barsch und ruppig, gelegentlich mit scharfer Ironie, mit eigentümlicher Demut trotz allem Sendungsbewusstsein. Unbeirrt und unerschrocken vertrat er seine Glaubenslehre. Ihm war wichtig, dass alle Menschen seine Reden hörten und somit die Chance erhielten zum Glauben an Jesus Christus zu kommen. Paulus war überzeugt, dass nur der Glaube an Jesus und seine Heilslehre die Menschen retten und erlösen können. Die Gebote Jesu, wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Vergebung, waren für ihn nun das Maß aller Dinge. Die Einhaltung der mosaischen Gesetze galt ihm nicht mehr als Voraussetzung dafür, dass ein Mensch den Glauben annehmen und Christ werden kann. Allein der Glaube an Jesus und ein Leben nach seinen Lehren waren für ihn maßgeblich. Dafür setzte er sich ein und stritt sich mit manchen Gemeindevorstehern der Judenchristen und auch mit weltlichen Herrschern. Es ist zu betonen, dass Paulus bei seiner Glaubensverkündigung nie Druck, geschweige denn Gewalt anwandte, obwohl er selbst Gewalt erfuhr. Trotz aller Widrigkeiten (Krankheit, Verfolgung und Gewalt) verfolgte er unbeirrt sein Ziel, möglichst viele Menschen zum Glauben an Jesus zu führen. Er bereiste dazu viele Länder bis zu seinem Märtyrertod und, wie die Geschichte zeigt, mit Erfolg. Paulus gilt heute als Mitbegründer der Christenheit. Sein Einsatz war nicht umsonst. Paulus, der Eiferer, Provokateur und Streiter für die Sache Jesu ist bis heute unvergessen.

Ein frohes, gesegnetes Christfest

[Giotto di Bondone, ca. 1305: Anbetung der Weisen]

… sowie ein glückliches Jahr 2020
unter der Führung und dem Schutz
des menschgewordenen, menschenliebenden Gottes

wünschen wir, herzlich dankend für alle Verbundenheit,
all unseren Mitgliedern, Interessenten und ökumenischen Freunden!

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, 
dass er seinen einzigen Sohn hingegeben hat, 
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, 
sondern ewiges Leben haben.

Johannesevangelium 3,16

Katechetische Notizen zur orthodox-altkatholischen Lehre I/2

Papyrus 75 (Bodmer XIV-XV): Beginn des Johannesevangeliums, ca. 200 n.Chr.

Wir dokumentieren hier in unregelmäßigen Abständen die Notizen zur Katechesenreihe (von Bischofsvikar F. Herzbergüber das orthodox-altkatholische Konsensdokument Koinonia auf altkirchlicher Basis (Hrsg. Urs von Arx; Sonderheft zu IKZ 79/4, 1989). Zuvor erschien Teil I/1 Die göttliche Offenbarung und ihre Überlieferung (samt einigen Vorbemerkungen).

I/2 Der Kanon der Heiligen Schrift

Wie gliedert sich die Heilige Schrift?

  • In die „Bücher“ des Alten Testaments und des Neuen Testaments.
  • [Lateinisch testamentum = Bund, vgl. z.B. 2 Kor 3,14 laut Vulgata – d.i. Hieronymus‘ Bibelübersetzung (382-405, als man Griechisch in Rom nicht mehr verstand).]

Was galt der frühen Kirche als Bibel des Alten Bundes (Testaments)?

  • Die Bibel der ersten Christen, sowohl hellenistischer Judenchristen als auch Heidenchristen, war die Septuaginta [lateinisch für 70, abgekürzt: LXX, die – der Legende nach von anfangs 70 Gelehrten angefertigte – griechische Übersetzung heiliger Schriften des Judentums (3. Jh. v.Chr. bis 1. Jh. n.Chr.)].
  • [Wenn das Neue das Alte Testament zitiert, geschieht dies meist aus LXX. Die Judenchristen des Heiligen Landes lasen den (hauptsächlich) hebräischen Urtext mit aramäischer Lesehilfe (Targum).]
  • Die LXX enthält zusätzlich zum hebräischen Kanon zehn weitere Schriften, die im Westen deuterokanonisch genannt werden, in manchen protestantischen Traditionen auch Apokryphen („verborgene“ Schriften) oder Spätschriften zum Alten Testament. Sie heißen griechisch auch Anagignoskomena; es handelt sich also um „gelesene“ und in einem weiteren Sinne „anerkannte“ Bücher.

(a.) Welches sind die kanonischen Bücher des Alten Testaments [AT]?

  • Der rabbinisch-jüdische Kanon des AT umfasst nach ältester hebräischer Zählweise 22 (Josephus), geläufiger 24 – nach christlicher Zählweise: 39 – Bücher [unterteilt in Tora, Nevi’im, Ketuvim (TNK, zum Akronym vokalisiert als Tanach)], nämlich
    • [5 Bücher Moses, hebräisch Tora = Weisung, griechisch Pentateuch = Fünfrollenbuch:] Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium;
    • [die „vorderen Propheten“, hebräisch Nevi’im rischonim:] Josua, Richter, Samuel (1. und 2.), Könige (1. und 2.);
    • [die „hinteren Propheten“, hebräisch Nevi’im acharonim:] Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Zwölfprophetenbuch (Hosea, Amos, Micha, Joel, Obadja, Jona, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi);
    • [die (poetischen) ersten drei „Schriften“, hebräisch Ketuvim:] Psalmen, Ijob, Sprichwörter;
    • [die an fünf hohen jüdischen Festen verlesenen „Schriftrollen“, hebräisch Megillot:] Rut, Hohelied, Kohelet/Prediger, Klagelieder, Ester;
    • [weitere Bücher der „Schriften“:] Daniel, Esra und Nehemia, Chroniken (1. und 2.).
  • [Der obige Kanon beruht auf den rabbinischen Lehrentscheidungen von Jamnia, ca. 100 n.Chr.; die Kirche erkennt all diese Bücher als kanonisch an.]
  • Christliche Bibeln folgen jedoch der Anordnung der alten griechischen Übersetzung (Septuaginta/LXX) und gliedern die Bibel in historische, poetische und prophetische Bücher. Hierbei werden Rut (hinter Richter), Chroniken (hinter Könige), Esra, Nehemia, Ester als historische Bücher gezählt, Daniel (hinter Ezechiel, als „großer Prophet“) und Klagelieder (hinter Jeremia) als prophetische Bücher.
  • [Im Vergleich zu ihren hebräisch-aramäischen Versionen sind manche kanonischen Bücher in der Fassung der LXX ausführlicher, z.B. Daniel, Ester, Psalmen (s.u.). Die Zählweise der Psalmen weicht in der LXX zudem etwas ab (meist 1 geringer).]

Was heißt „deuterokanonisch“?

  • Das griechische Wort kanon heißt Maßstab; also heißt „kanonisch sein“ so etwas wie „den Maßstab bilden“ (für theologische Schriften). Die deuterokanonischen Schriften (Anagignoskomena) werden somit von der Kirche als zum Kanon gehörig betrachtet, aber nur in „zweiter Reihe“ (von griechisch deuteros = zweiter, anderer).
  • „Die ,kanonischen‘ Bücher zeichnen sich durch die besondere Autorität aus, welche ihnen die Kirche stets zuerkannt hat; sie hält aber auch die ,Anagignoskomena‘ in Ehren, die seit alters zu ihrem Kanon der Heiligen Schrift gehören.“ [in Urs von Arx (Hrsg.): Koinonia auf altkirchlicher Basis. Sonderheft zu IKZ 79/4, 1989, 48]

Welches sind die deuterokanonischen Bücher des Alten Testaments?

  • Die auch im Westen seit ältester Zeit als deuterokanonisch betrachteten Bücher sind: 1. und 2. Makkabäer, Tobias, Judit, Jesus Sirach, Weisheit, Baruch samt Brief des Jeremia; diese werden in den Kanon eingereiht, die Makkabäer bei den historischen, Baruch bei den prophetischen, die übrigen bei den poetischen Büchern bzw. Weisheitsbüchern.
  • Die orthodoxe Kirche erkennt zudem noch die Bücher 3. Esra (nach westlicher Zählung, etwa in Hieronymus‘ Vulgata; hingegen griechisch: 1. Esra, slawisch: 2. Esra) und 3. Makkabäer an.
  • Darüber hinaus erkennt die orthodoxe Kirche weitere Zusätze zu den kanonischen Büchern als deuterokanonisch bzw. Anagignoskomena an, z.B. das Gebet Manasses (enthalten sogar in zwei wichtigen reformatorischen Bibeln: Lutherbibel und King James Version, teils auch im Anhang katholischer Bibeln) oder Psalm 151.
  • [Der alttestamentliche Kanon der orientalisch-orthodoxen Kirchen weicht hiervon so gut wie nicht ab. Allerdings kennt die äthiopische Kirche zusätzlich zu den üblichen kanonischen und deuterokanonischen Schriften noch weitere antike jüdische und christliche Bücher, die sie als „kanonisch im weiteren Sinne“ bezeichnet.]­

(b.) Welches sind die Bücher des Neuen Testaments [NT]?

  • Das NT enthält 27 Bücher [größtenteils und vermutlich sogar in Gänze aus dem 1. Jh. n.Chr.], nämlich folgende (Abkürzungen der Bücher gemäß Loccumer Richtlinien):
    • die sogenannten synoptischen Evangelien: Mt, Mk, Lk [mit unterschiedlichen Adressaten, unterschiedlichen Schwerpunkten und höchstwahrscheinlich unterschiedlichem Alter, aber sehr ähnlichem Aufbau; eine literarische Abhängigkeit der Evangelien Mt und Lk von Mk sowie einer hypothetischen Quelle (Q) mit Jesus-Worten (Logien, nach Art des apokryphen „Thomasevangeliums“?) wird vermutet, es fehlt allerdings ein Beweis in Form eindeutiger Textzeugen für Q];
    • das Joh-Evangelium [zumeist als jünger angesehen, als Evangeliar geordnet?];
    • die Apg des Lukas [zweiter Teil des sog. lukanischen Doppelwerks (= Lk+Apg)];
    • die Paulusbriefe (ca. 50-60 n.Chr.) – darunter die Hauptbriefe: Röm, 1+2 Kor, Gal, ferner auch Eph, Phil, Kol, 1+2 Thess, Pastoralbriefe (1+2 Tim, Tit), Phlm, Hebr [es gibt Indizien, dass Eph, Kol, 2 Thess, und Pastoralbriefe evtl. nur „im Namen“ des Paulus geschrieben wurden (d.h. pseudepigraphisch) sind und erst von seinen Schülern festgehalten wurden; Hebr nennt gar keinen Verfasser];
    • die katholischen Briefe – Jak, 1+2 Petr, 1+2+3 Joh, Jud [„katholisch“, d.h. allgemein, da sie keine Adressaten nennen; die drei letzten sind sehr kurz];
    • die Offb [deren Kanonizität (wie Hebr, 2 Petr, 2+3 Joh, Jud) erst umstritten war].
  • [Die Ursprache des gesamten Neuen Testaments ist Koine-Griechisch. Es gibt die Theorie, dass das an Juden gerichtete Mt-Evangelium zunächst auf Hebräisch oder Aramäisch verfasst wurde, so schon die Kirchenväter Eusebius und Papias. Aber es fehlen Textzeugen, die dies klar belegen würden; auch das Mt-Evangelium in der syrisch-aramäischen Peschitta ist wohl deutlich jünger als die ältesten griechischen Handschriften von Mt.]
  • [Schon im 2. Jh. gab es bereits beträchtliche Einigkeit über den Umfang des NT: Das Schriftstück namens Canon Muratori sowie Irenäus von Lyon und Tertullian haben fast den gleichen Kanon wie wir heute – gegen z.B. Marcion. Origenes berichtet 230 gleichwohl noch von Diskussionen über die o.g. Bücher; es gab einst auch Kandidaten für den Kanon des NT, die dann letztlich doch nicht aufgenommen wurden (z.B. Apostellehre/Didache, 1. Clemensbrief oder Hirt des Hermas). Doch allerspätestens 367 (39. Brief des Athanasius) war die Kanonbildung abgeschlossen.]
  • [Kriterien für die Aufnahme einer Schrift in den Kanon waren ihr Alter und die Abfassung durch einen Apostel oder dessen nächstes Umfeld. (Die Überlieferung kennt z.B. Markus als Mitarbeiter des Petrus und Lukas als Arzt des Paulus.)]
  • [Es gibt wohl keinen antiken Text, für den es auch nur annähernd so viele alte Textzeugen gäbe wie für das NT. Kritische Ausgaben des NT (z.B. Nestle/Aland) zeigen, dass die Unterschiede der Lesarten sehr selten theologisch relevant sind – und dann i.d.R. nur dergestalt, dass eine Aussage, die in einer anderen Perikope einmütig bezeugt ist, an einer inhaltlich verwandten Stelle wiederholt wird. Z.B. ist die theologische Botschaft von Joh 8,1-11 (Jesus vergibt und ruft zur Umkehr), obgleich dieser Abschnitt in den ältesten bekannten Manuskripten von Joh fehlt, anderswo vielfach bezeugt; Gleiches gilt für Mk 16,9ff (Auferstehungsbericht samt Missionsbefehl, z.B. Mt 28); ebenso folgt der in der Textkritik als comma Iohanneum bekannte trinitarische Einschub in 1 Joh 5,7f umstandslos aus anderen – aus historisch-kritischer Sicht übrigens recht frühen – Aussagen des NT über Gottes Dreifaltigkeit (z.B. Mt 28,20, Joh 1,1.14, 2 Kor 13,13).]

Fortsetzung folgt: I/3 Die Heilige Dreifaltigkeit.

„Eine Messe lesen lassen“

Triumphkreuz: Kirche San Damiano, Assisi, ca. 1100

Die namentliche Fürbitte für Lebende und Verstorbene im öffentlichen Gottesdienst der Kirche ist seit ältester Zeit fester Bestandteil christlicher Frömmigkeit. Der heilige Kirchenvater Cyprian von Karthago (200-258) berichtet vom namentlichen Gebet für verstorbene Christen als selbstverständlichem Bestandteil der Eucharistiefeier — ebenso auch das Sakramentar des ägyptischen Bischofs Serapion von Thmuis (4. Jh.). Schon die Synode von Elvira (ca. 305) erwähnt zudem die namentliche Fürbitte für Lebende.

Eine besondere namentliche Fürbitte findet nicht zufällig während der zentralen Momente der Eucharistiefeier statt, wenn das von Christus am Kreuz zu unserer Erlösung dargebrachte Opfer vergegenwärtigt wird. Denn durch die Gabenbereitung und das eucharistische Hochgebet vereinigt sich ja die versammelte Gemeinde bereits auf geheimnisvolle Weise mit dem Kreuzesopfer Christi, dessen Leib und Blut sie später im Sakrament empfängt. Und diese innige Verbindung mit Christus, dem Haupt der Kirche — während Offertorium und Hochgebet — führt auch zu einer tieferen Verbindung mit den übrigen Gliedern Seines Leibes, nämlich den lebenden und verstorbenen Christgläubigen aller Zeiten und Orte. Hier ist daher der würdigste und geistlich herausragendste Ort, um öffentlich namentlich für lebende und verstorbene Angehörige des Gottesvolkes zu beten.

Im christlichen Osten sind die Aufzählungen solcher Namen — aufgrund des einst hierfür verwendeten Schreibmaterials — als Diptychen bekannt. Im Westen beschränkt man sich meist auf wenige Namen während ein und derselben Eucharistiefeier — und spricht jeweils von einer Messintention.

Auch in den nordisch-katholischen Eucharistiefeiern wird selbstverständlich für Lebende und Verstorbene auf Wunsch namentlich gebetet. Die lebenden oder verstorbenen Christinnen und Christen, für die in einer heiligen Messe gebetet werden soll, können Sie Ihrem jeweils zuständigen Seelsorger mitteilen oder — auch ohne Kirchenmitgliedschaft — über das entsprechende Formular auf unserer Webseite abgeben. Sogenannte Mess-Stipendien sind jederzeit willkommen und werden mit einer Messkarte — einem repräsentativen schriftlichen Beleg für die in Ihrer Intention gefeierte heilige Messe — beantwortet. Wir beten gerne für Sie und Ihre Angehörigen!

Ökumenische Begegnung am Niederrhein

Der lutherische Bischof Hans-Jörg Voigt (r.) mit Bischofsvikar Herzberg

Am Ewigkeitssonntag, den 24. November 2019, besuchte Bischof Hans-Jörg Voigt DD (Hannover) von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK; Altlutheraner) das in der SELK beheimatete Christliche Centrum St. Matthäus Mönchengladbach (Stadtteil Rheydt). Der nordisch-katholische Bischofsvikar Prof. F. Irenäus Herzberg war als ökumenischer Gast zu dem von Pfarrer Winfried Küttner PhD geleiteten Abendmahlsgottesdienst eingeladen und überbrachte, nach einer freundlichen Begrüßung im Gottesdienst, an Bischof Voigt herzliche Grüße und Segenswünsche von Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad (Oslo).

Bischof Voigt predigte über Mt 25,1-13 und erläuterte hierzu zunächst den historischen Hintergrund der Perikope in Form der spätjüdischen Hochzeitsbräuche. Im zentralen Predigtschritt deutete er — getreu der lutherischen hermeneutischen Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium — das Lampen-Öl in diesem Himmelsreich-Gleichnis Jesu als die persönliche, in der fides qua creditur gründende Gottesbeziehung. Schließlich betonte Bischof Voigt, dass das Gleichnis natürlich auch an seine Grenzen stößt: Das „Öl“ des Glaubens nimmt im Gegensatz zum Lampenöl zu, wenn es — etwa durch das Gebet, das Hören auf Gottes Wort und den Empfang der Sakramente — in Anspruch genommen wird.

Im anschließenden Gespräch zwischen Bischof Voigt und Bischofsvikar Herzberg tauschte man sich über aktuelle Entwicklungen in beiden Kirchen aus, darunter insbesondere die beiderseitigen engen Verbindungen zur (konkordienlutherischen) Missionsprovinz in Schweden sowie liturgische Fragen. Da die Wurzeln der nordisch-katholischen Kirche im hochkirchlichen Luthertum Skandinaviens liegen, sind die SELK und die schwedische Missionsprovinz samt den übrigen Mitgliedskirchen des Internationalen Lutherischen Rates ein natürlicher ökumenischer Gesprächspartner — für die Nordisch-Katholische Kirche in Skandinavien wie auch für ihre deutsche Administratur.

So hatte Bischof Flemestad schon vor (fast genau sieben) Jahren Bischof Voigt im Kirchenamt der SELK in Hannover besucht. Die SELK wiederum hat ihre Kirchen für zahlreiche nordisch-katholische Eucharistiefeiern, darunter auch den Gründungs-Gottesdienst der deutschen Administratur im April 2012 in München, ihre Kirchen in brüderlicher Gastfreundschaft geöffnet; seit Jahren darf die westdeutsche nordisch-katholische Mission (Kuratie St. Willibrord) für ihre Düsseldorfer Gottesdienste die Erlöserkirche der SELK nutzen, auch die Primiz von Dr. Daniel Gerte (inzwischen Archidiakon) fand dort statt.

Später sprach Herzberg mit dem finnischen lutherischen Missionar Toni Lindholm, der gemeinsam mit seiner Frau in der Missionsgemeinde der SELK in Mönchengladbach mitarbeitet. Themen waren unter anderem das Luthertum in Finnland und die Seelsorge unter türkischstämmigen Christen.

Generalsynode wählt Ottar Myrseth zum Bischof

Bischof Dr. Roald N. Flemestad (links) und Bischof electus Ottar M. Myrseth
(auf dem Ölgemälde im Hintergrund: Bischof Franciszek Hodur)

Axios! Ad multos annos!

Die Generalsynode der Nordisch-Katholischen Kirche am 25. Oktober 2019 in Gran hat (gemäß § 6.4 der Verfassung der Nordisch-Katholischen Kirche) den Priester Ottar Mikael Myrseth zum Nachfolger von Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad gewählt. Der Gewählte, der unter anderem auch Deutsch spricht, ist seit 2011 nordisch-katholischer Generalvikar für ganz Skandinavien und zugleich Dechant des Dekanates Selja (= Propstei für Westnorwegen).

Geboren 1951, studierte Ottar Myrseth Theologie in Oslo und wurde 1978 zum Pfarrer der norwegischen lutherischen Staatskirche ordiniert. 23 Jahre lang war er Gemeindepfarrer in Oslo und Spjelkavik sowie Stiftskaplan des Bischofs in Molde (Bistum Møre). Ebenfalls innerhalb der lutherischen Staatskirche leitete er die theologisch konservative Bewegung Samråd på Kirkens Grunn (Konsultation zu den Grundlagen der Kirche); bis heute schreibt er u.a. für die norwegische christliche Zeitung Dagen. 2001 konvertierte Pfarrer Myrseth zum Altkatholizismus — durch die norwegische Administratur der Polnisch-Katholischen Nationalkirche (PNCC), damals bereits bekannt als Nordisch-Katholische Kirche. Im selben Jahr wurde er durch Bischof Thaddeus S. Peplowski zum Priester in apostolischer Sukzession geweiht.

Die synodale Wahl wird nun (gemäß der Statuten der Union von Scranton, Abschnitt C, Artikel 8) den Mitgliedern der Internationalen Katholischen Bischofskonferenz der Union von Scranton durch deren Vorsitzenden, Erzbischof Dr. Anthony A. Mikovsky, förmlich mitgeteilt; sofern die Mitglieder der Bischofskonferenz keine Einwände erheben, muss sich der Gewählte schriftlich zur Erklärung von Scranton und den Statuten der Union von Scranton bekennen. Die darauf folgende Konsekration in Scranton (Pennsylvania) sowie die anschließende Inthronisation in Oslo sind für das Frühjahr 2020 geplant.

Nota bene: Die skandinavische Bischofswahl hat auf absehbare Zeit keine unmittelbaren Auswirkungen auf das kirchliche Leben in Deutschland. Denn: Die Nordisch-Katholische Mission in Deutschland ist eine Missionspfarrei der Union von Scranton, welche direkt der Internationalen Katholischen Bischofskonferenz unterstellt ist (gemäß der Statuten der Union von Scranton, Abschnitt C, Artikel 3 (i)). Daher bleibt Bischof Dr. Roald N. Flemestad der für die deutsche Missionspfarrei zuständige Bischof, so lange wie die Internationale Katholische Bischofskonferenz keinen anderen Bischof hierfür delegiert.

Danke!

Gedanken von Gabriele Gerte

In den letzten Tagen haben wir das Erntedankfest gefeiert. Wir danken Gott für die Gaben der Ernte. Es ist nicht selbstverständlich die Früchte dieser Erde zu erhalten. Oft wird die Ernte durch schlechtes Wetter, sogar Unwetter oder andere Katastrophen bedroht. Dann werden die Nahrungsmittel knapp. Unseren Eltern und Großeltern sind solche Hungerjahre noch ein Begriff. Hunger ist auch heute noch auf unserer Erde, besonders in der dritten Welt, ein großes Problem. Sattwerden ist nicht selbstverständlich und darum haben wir einen triftigen Grund Danke zu sagen.

Überhaupt danken: Warum bedanken wir uns so wenig? Vieles scheint uns selbstverständlich. Aber nichts ist selbstverständlich: Unser Leben, unsere Gesundheit, unsere Umwelt, in die wir hinein geboren werden, unsere Familie, unsere Kinder, unsere Freunde und Bekannten. Manche bezeichnen sich als „Macher“. Sie „machen oder schaffen“ sich ihr Leben (so meinen sie jedenfalls). Viele erlernen einen Beruf nur aus dem Grund, um damit möglichst viel Geld verdienen und ein Luxusleben führen zu können. Und? Sind sie dann mit ihrem „Machen“ zufrieden? Oder der Kinderwunsch. Es gibt immer noch kinderlose Paare, für die sich dieser Wunsch, trotz medizinischen Fortschritts, nicht erfüllt. Viele Leute leben nach dem Gesundheitswahn. Sie geben viel Geld für ihre Gesundheit aus. Trotzdem erkranken sie. Viele verfallen dem Schönheitswahn. Sie tun und machen. Aber vieles lässt sich eben nicht machen. Es ist schon seltsam, warum gerade Personen in gehobenen, guten Verhältnissen, „Macher“, oft vom „Burn Out“ betroffen sind. Es ist also doch nicht alles machbar. Das Wohlbefinden, Gefühle, Gesundheit etc. können wir nicht einfach herstellen.

Erdung ist hier das Wort der Stunde. Machen wir uns klar, dass nicht alles machbar ist. Dies zu begreifen macht Angst aber es befreit auch. Besinnen wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge in unserem Leben. Seien wir dankbar für die kleinen, oft unscheinbar wirkenden Dinge, wie z.B. für einen lieben Gruß, dass wir ein Dach über dem Kopf haben, zu essen haben, wir und unsere Lieben gesund sind, gute Bekannte haben, in einem Land leben dürfen, wo kein Krieg herrscht. Werden wir demütig und lernen zu danken, z.B. für einen schönen Tag, den wir erleben durften, dass wir wieder gesund geworden sind, für ein schönes Essen, für eine Reise und die gute Heimkehr und vieles mehr. Es gibt tausend Gründe zu danken. Nichts ist selbstverständlich. Das wirklich Wichtige in unserem Leben ist nicht machbar. Wir müssen lernen auf Gott und sein Wirken zu vertrauen. „Herr dein Wille geschehe, im Himmel wie auf Erden.“

Wer einmal schwer erkrankt war, kann erahnen wovon ich spreche. Die Welt wird auf einmal so klein, die „großen Dinge“ so unwichtig und die kleinen Dinge wichtig. Ein freundliches Wort. Ein guter Tag. Ein guter Freund. Wir lernen wieder zu schätzen was wirklich zählt.

Lernen wir zu danken, schon für die kleinen, unscheinbaren (nicht selbstverständlichen) Dinge. Wir werden dadurch sensibler und bewusster für viele Dinge in unserem Leben.

Wie soll ich dem HERRN vergelten
alles, was er mir Gutes getan?
Den Becher des Heils will ich erheben
und den Namen des HERRN anrufen

Psalm 116,12f

Sakramentar 2019: Ein „orthodox-altkatholisches“ Altarbuch

Gut sieben Jahre nach ihrer Errichtung hat die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche soeben ein eigenes Altarbuch in einer ersten, stark limitierten Auflage herausgegeben. Nach dem Vorbild der ältesten erhaltenen liturgischen Bücher des Christentums (sowohl der westlichen wie der östlichen Tradition) ist das Altarbuch eine Kombination von Rituale und Missale in einem einzigen Band. Für Priester mit einem geographisch weiträumigen pastoralen Zuständigkeitsbereich hat dies den Vorzug, immer nur ein einziges liturgisches Buch mitnehmen zu müssen — und doch für die meisten Eventualitäten gerüstet zu sein. Die historische Bezeichnung für derartige, recht umfassende Bücher (die meist auch noch bischöfliche Liturgien enthalten) ist Sakramentar bzw. Euchologion.

Im deutschsprachigen Altkatholizismus sind solche Bücher durchaus kein Novum: Schon die Christkatholische Kirche der Schweiz hat vor mehr als 100 Jahren ein Altarbuch dieses Formates herausgegeben (Bern: K. J. Wyß 1905). Das neu erschienene Sakramentar setzt nun jedoch die liturgietheoretischen Prinzipien der Nordisch-Katholischen Kirche für die konkrete pastorale Arbeit im deutschsprachigen Raum um. Seine Inhalte sollen im Folgenden kurz skizziert werden.

Die im Missale-Teil enthaltene Messordnung basiert auf der wahrscheinlich ältesten noch in Gebrauch befindlichen Traditionslinie (usus) des römischen Ritus, nämlich der Kartäusermesse, deren älteste bekannte Form sich vermutlich direkt vom Diözesanritus von Grenoble des 11. Jahrhunderts ableitet. Die strenge Schlichtheit dieser Liturgie — obgleich nicht der ausschlaggebende Faktor — ist vielleicht nicht unpassend für die kirchliche Situation an vielen Orten des deutschsprachigen Europa, welches wieder mehr und mehr zum Missionsgebiet wird.

Aufgrund einer Kombination von pastoralen, theologischen und liturgiegeschichtlichen Erwägungen wurden allerdings drei nicht unbedeutende Modifikationen vorgenommen: (i) die Streichung des Filioque im nizäno-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis; (ii) die Entfernung der missverständlichen (und in der lateinischen Scholastik auch oft tatsächlich überhöhten) Erwähnung einer instrumentalen Bedeutung der „Verdienste“ (meritis) der Heiligen (in der vierten Strophe des Messkanon, Communicantes); (iii) die Einfügung einer (katabatischen) Epiklese vor der neunten Strophe (Supplices) des Messkanon.

Diese Änderungen erfolgen in erster Linie mit Blick auf den 1975-1987 festgestellten, umfassenden Lehrkonsens der orthodoxen und altkatholischen Kirchen (veröffentlicht von Urs v. Arx (Hrsg.): Koinonia auf altkirchlicher Basis. Sonderheft zu IKZ 79/4, 1989) — angesichts häufiger und ekklesiologisch sehr berechtigter Anfragen an den römischen Ritus von orthodoxer Seite. Die Modifikation (ii) — das heißt: die Ersetzung von meritis precibusque durch precibus in der vierten Messkanon-Strophe — mag aber vielleicht darüber hinaus auch andere ökumenische Gesprächspartner interessieren. Hier ist nicht nur an die altorientalischen Kirchen zu denken, sondern auch an hochkirchliche Kreise der anglikanischen und der lutherischen Tradition.

Zum Beispiel wird Martin Luthers Polemik gegen den römischen Messkanon in den Schmalkaldischen Artikeln (Teil II, Art. 2, Ziffer 5) — die, sicher auch anlassbedingt, im Kontrast zu den irenischen Formulierungen in Melanchthons Augsburger Bekenntnis stehen — nicht zuletzt durch ebenjene missverständliche Erwähnung der Verdienste der Heiligen im Messkanon und vor allem die scholastische Ausdeutung dieser Formulierung motiviert gewesen sein. Die Lehre vom Gebet der Heiligen für die Kirche auf Erden dürfte dagegen für Luther weit weniger anstößig gewesen sein. Noch wichtiger als diese historische Frage der Luther-Exegese ist für eine aktuelle ökumenische Rezeption der Theologie des römischen Messkanons jedoch eine Übereinkunft der 7. Vollversammlung der Dialogkommission von Lutherischem Weltbund und (chalzedonensischer) Orthodoxie. Dort wird nämlich ein Auszug aus der Definition des Siebten Ökumenischen Konzils (Nizäa II, 787) zustimmend zitiert (Sandbjerg/Dänemark, 1993), wo die Verehrung der Heiligen — gerade in Form des, sicher auch liturgisch zu verstehenden, Gedenkens (mnêmê) — von der allein Gott zustehenden Anbetung (latreia) unterschieden und positiv gewürdigt wird (Denzinger-Hünermann [43. Aufl.], 601). Viel deutlicher noch ist der anglikanisch-orthodoxe Konsenstext von Dublin (1984), wo die Fürbitte der ecclesia triumphans für die ecclesia militans als dogmatische Tatsache angeführt wird, zugleich aber die Vorstellung von einem „Schatz der Verdienste“ abgewiesen wird (Dublin Agreed Statement, 74).

Des Weiteren wurden, mit Blick auf pastorale Sondersituationen, in das Missale alternative Offertoriums- und Eucharistiegebete aufgenommen, angelehnt an die beracha-Formulare aus der Didache und das Eucharistiegebet der Traditio apostolica. Ferner wurde in die Ordnung der Eucharistie als pastorale Option das Gebet der Gläubigen (wieder) eingefügt — allerdings, im Anschluss an die Forschungsergebnisse von Gregory Dix (The shape of the liturgy. London: Continuum 1945, 475, 491), unmittelbar vor dem Offertorium (bzw. dem optional dorthin vorzuziehenden Friedensgruß).

Die Eigentexte für die Eucharistiefeiern des Kirchenjahres und der Heiligenfeste orientieren sich — oftmals vermittelt durch den (ungeachtet von Thomas Cranmers längerfristigen Intentionen) noch als reformkatholisch einzuordnenden englischen Ritus von 1549 — großenteils an der sogenannten altkirchlichen Perikopenordnung und dem gregorianischen Sakramentar. Das Missale enthält darüber hinaus eine vollständig melodisch ausnotierte Votivmesse für christliche Einheit.

Der Rituale-Teil des Sakramentars ist einerseits traditionell altkatholisch; er folgt im Wesentlichen dem ersten deutschsprachigen, seinerzeit von Generalvikar Franz Reusch zusammengestellten, altkatholischen Rituale (Katholisches Rituale. Bonn: P. Neusser 1875) — dessen Einfluss noch über 80 Jahre später, z.B. im alten Rituale der Christkatholischen Kirche der Schweiz (Bern ³1959), deutlich erkennbar war. Andererseits konnte jenes Rituale von 1875 für das neue Sakramentar natürlich nicht ohne Weiteres übernommen werden, und zwar nicht nur aus sprachlichen, sondern auch aus sakramental- und pastoraltheologischen Gründen (wie schon von anderen, wenngleich leider ohne konkretere Ausführung, festgestellt wurde; vgl. Sigisbert Kraft: Grundsätze und Ziele altkatholischer Liturgiereform. IKZ 73/1, 1983, 103).

Wiederum galt es dabei, insbesondere den orthodox-altkatholischen theologischen Konsens zur Sakramententheologie zu berücksichtigen. So ist z.B. der Spender des Ehesakramentes eben der Priester, welcher der Trauung vorsteht (und nicht etwa die Brautleute), und sein Segen stellt die Form des Ehesakraments dar. Nun war zwar auch schon im Rituale von 1875 der Trauritus mit „Einsegnung der Ehe“ überschrieben (Katholisches Rituale, 30), doch fiel der dort vorgesehene (das tridentinische Pendant übersetzende und im Indikativ formulierte) priesterliche Segen der Ehe denkbar knapp aus (op. cit., 32). Das neue Sakramentar enthält nun verschiedene Varianten für den Trausegen, in Anlehnung an römische und byzantinische Formulare.

Ähnlich notierte Reusch in seinen Anmerkungen zum Bußsakrament (op. cit., 52) zwar, dass eine deprekative statt indikative Absolutionsformel wünschenswert und im Grunde auch die ursprünglichere Form ist, doch wollte er diesbezüglich keine Abweichung vom tridentinischen Usus zulassen. Diese Änderung wurde daher im hier besprochenen Sakramentar ebenfalls nachgeholt.

Schließlich hegte Reusch eine — heute wohl kaum noch gerechtfertigte — Sorge davor, dass z.B. ein Taufexorzismus oder auch die Segnung von Weihwasser bei vielen Menschen „abergläubische Vorstellungen“ (56) hervorrufe und daher am besten zu unterbleiben habe. Das von ihm formulierte Gebet über Wasser und Salz (48f.) ist daher folgerichtig — eigentlich ganz im Geiste der Aufklärungstheologie — viel eher eine Homilie als eine doxologisch-katabatische Benediktion; es erinnert in seinem Duktus sogar recht stark an das Rituale von Ignaz Heinrich v. Wessenberg (Stuttgart: Cotta 1833). Diese Parallele überrascht insofern, als sich Reusch ja im Vorwort des altkatholischen Rituale einigermaßen deutlich von Wessenbergs pastoralliturgischem Ansatz abgegrenzt hatte (Katholisches Rituale, 9).

Die daraus resultierenden Traditionsbrüche in der Taufliturgie des Rituale von 1875 wurden im hier vorgestellten neuen Sakramentar geheilt, indem passende Gebete aus dem (sogenannten) Gelasianischen und dem Gregorianischen Sakramentar sowie aus dem (durch den Kölner Erzbischof Hermann von Wied stark geprägten) reformkatholischen englischen Ritus von 1549 eingefügt wurden. Hintergrund dafür ist aber mitnichten ein bloß formaler Traditionalismus. Vielmehr gilt es zu bedenken, dass Befreiungsgebete und explizite katabatische Segensgebete für materielle Objekte wie das Weihwasser nicht etwa obsolete Relikte eines vorchristlichen Dualismus, sondern eine notwendige Folge der christlich-inkarnatorischen, orthodoxen Kosmologie sind; dieser zufolge gilt ja, etwas zugespitzt: matter is never neutral (Alexander Schmemann: Of water and the Spirit. A liturgical study of Baptism. Crestwood, New York: St. Vladimir’s Seminary Press 1974, 48).

Ergänzt wird der Rituale-Teil durch einen Anhang mit weiteren häufig verwendeten Segnungen, ferner auch Psalmen und Schriftlesungen, die in Verbindung mit den Formularen des Rituale (vor allem für Trauung und Bestattung) zu gebrauchen sind. Mittelfristig ist der Druck einer zweiten, leicht revidierten Auflage in höherer Auflage, aber einfacherer Verarbeitung vorgesehen. In einem in Planung befindlichen Ergänzungsband sollen dann schließlich noch ausgewählte bischöfliche Liturgien sowie ein Liedanhang erscheinen.

„Wo Jesus Christus ist, da ist die katholische Kirche“

Simon F. Uschakow: „Das Heilige Abendmahl“, 1685

Katholisch — Kirche — Institution

Gedanken von Gabriele Gerte

Was bedeuten diese Begriffe?

Was heißt katholisch? Katholisch kommt vom altgriechischen Adjektiv katholikos bzw. der Wendung kat‘ holon, was bedeutet: „auf das Ganze bezogen, dem Ganzen gemäß.“ Der Begriff katholische Kirche wurde dann zum Sammelbegriff für alle rechtgläubigen Christen. Im Westen verstand man ihn auch räumlich, als „die ganze, über den Erdkreis verbreitete Kirche.“ Übrigens: Das Wort katholisch kommt in der Bibel nicht vor. Erstmals benutzte diesen Begriff der Kirchenvater Ignatius von Antiochien (ca. 130 n. Chr.), und zwar wörtlich: „Wo immer der Bischof sich zeigt, da sei auch das Volk, so wie da, wo Jesus Christus ist, auch die katholische Kirche ist.“ (Brief an die Smyrnäer, 8,2)

Das deutsche Wort Kirche entstand aus dem griechischen kyriakos oikos. d.h. „Haus des Herrn“, wörtlich: „zum Herrn gehöriges Haus“ (oikos = „Haus“; kyriakos = „zum Herrn gehörig“, von kyrios = „Herr“). Im Deutschen finden wir weitere Definitionen wie „geweihter Versammlungsort einer christlichen Glaubensgemeinschaft“ oder „sakrales Bauwerk des Christentums“ sowie „Organisationsform innerhalb des Christentums.“ Weiter wird mit dem Wort „Kirche“ das griechische Wort ekklesia übersetzt, was so viel bedeutet wie „die Gesamtheit der Gerufenen“ oder auch „der Berufenen“! Im Neuen Testament wird es oft verwendet als „Versammlung“ (vgl. Apg 19,32-40).

Das Wort Institution dagegen bedeutet ganz allgemein laut Duden: „einem bestimmten Bereich zugeordnete gesellschaftliche, staatliche, kirchliche Einrichtung, die dem Wohl oder des Einzelnen oder der Allgemeinheit dient“ . Die Soziologen bestimmen, wiederum laut Duden, den Begriff „als stabile Muster folgende Form menschlichen Zusammenlebens“. Wortgeschichtlich leitet sich Institution vom lateinischen Begriff instituere ab. Das heißt übersetzt: „verwalten, einrichten, anordnen.“

Ich fasse zunächst einmal zusammen:

Die Bibel benutzt den Begriff katholisch nicht. Auch die ersten Gläubigen wurden nicht so bezeichnet. Man nannte sie vielmehr einfach „Jünger“, später dann „Christen“ (Apg 11,26). Das dort verwendete christianos aus dem Altgriechischen bedeutet: „Der Christliche, zu Christus gehörend“. Christen werden demnach als Personen bezeichnet, die sich zu Jesus Christus bekennen. Katholische Kirche bedeutet im Wortsinne zunächst die Gesamtheit der überall auf der Welt zu einem ,Haus des Herrn‘ versammelten Christen.

Als sich das Christentum immer mehr ausbreitete, wurde es nötig, eine gemeinsame Ordnung und gemeinsame Regeln, die sich aus der Lehre Jesu ergaben, festzuhalten (z.B. für das liturgische, aber auch das alltägliche ethische Leben etc.). Schließlich waren und sind Christen Zeugen des Lebens und Wirkens Jesu.

Musste daraus aber notwendigerweise eine Institution entstehen, die in den innersten Lebensbereich eines Menschen eingreift? Ich denke beispielsweise an die Vorschriften mit Blick auf das eheliche Sexualleben oder die rigide Einführung des Klerikerzölibats (im Westen zwar schon punktuell im frühen 4. Jahrhundert, im Osten jedoch durch z.B. die Apostolischen Kanones explizit verworfen). Wie bekannt ist, war Petrus verheiratet; Jesus heilte seine Schwiegermutter (Mt 8,14). Zwar sagte Petrus: „Herr, wir haben alles verlassen und sind Dir nachgefolgt“ (Mt 19,27). Daraus aber abzuleiten, dass Petrus nie wieder ein eheliches Leben mit seiner Frau geführt habe und alle Geistlichen ab dem Diakon oder Priester es ihm gleich tun sollten, ist keineswegs Bestandteil der Tradition der ungeteilten Kirche (siehe als Gegenbeispiel wiederum die Apostolischen Kanones). Und ein biblisches Eheverbot für Geistliche gibt es schon gar nicht, möglicherweise sogar das Gegenteil (1 Kor 9,5).

Jesus hingegen hat zu ethischem Verhalten angeleitet, ohne die Menschen an sich zu verurteilen: Selbst eine Ehebrecherin wurde von Jesus nicht verurteilt und gerichtet, sondern begnadigt und zu einem Leben ohne Sünde aufgerufen (Joh 8). Fatal war neben der unnötigen Verengung der Kirchendisziplin auch die Verengung der Verkündigung. Gewiss hat die Kirche die Aufgabe, die Grunddogmen zu formulieren (insbesondere das Große Glaubensbekenntnis). Aber es ist nicht nötig, den Christen detailliert vorzuschreiben, mit welchen Begrifflichkeiten genau sie ihren Glauben an den in Christus Mensch gewordenen dreifaltigen Gott bezeugen sollen.

So kam es, vordergründig aus Gründen von Dogma und Kirchendisziplin, oft aber auch aus sprachlich-kulturellen und kirchenpolitischen Gründen zu unnötigen Abspaltungen. Zunächst entstand die Assyrische Kirche des Ostens (431), dann die orientalisch-orthodoxe Kirche (451), schließlich entstand ein Schisma zwischen (byzantinisch-) orthodoxer und römisch-katholischer Kirche. Später bildeten sich die lutherische und anglikanische Kirche usw. Doch noch das erste lutherische Bekenntnis, die Confessio Augustana (1530), war als gemeinsames Bekenntnis gedacht. Wäre es, ungeachtet kirchenpolitischen Machtstrebens, wirklich nicht möglich gewesen, gemeinsam einen gangbaren Weg zu finden? Etliche der in den ökumenischen Dialogen der letzten Jahrzehnte erzielten theologischen Verständigungen deuten darauf hin. Die Grunddogmen, nämlich der Glaube an den dreieinen Gott und seine Menschwerdung in Jesus Christus, werden doch von allen geteilt.

Fazit

Für mich ist die Gemeinschaft der Christen, die auf Jesus Christus getauft sind, sich zu Christus bekennen und nach seinen Lehren leben, von Bedeutung. Diese „Kirche“ wird überleben. Die Institution ist überwuchert durch einen weltlichen Apparat. Die Vorbilder der Christen sind die Märtyrer und Heiligen. Sie befolgten Jesu Lehren in Wort und Tat, übten Nächstenliebe, Armenspeisung, Krankenpflege usw. aus. Sie fühlten sich in ihrem Tun und Handeln nur Gott und Jesus Christus verantwortlich. Sie widerstanden den „Mächtigen der Welt“ (Kaisern, Königen und oft auch weltlich ambitionierten Klerikern) trotz allen Verlockungen und gingen für ihren Glauben sogar in den Tod. Nur dort, wo die Menschen als Ebenbilder Gottes (Gen 1,27) behandelt werden und ihr Glaube an den in Jesus Christus Mensch gewordenen Gott sich entfalten und reifen kann, kann wahre Kirche entstehen. Jesus Christus und seine Lehren müssen in der Kirche an erster Stelle stehen; sie sind aktueller denn je: Jesus Christus ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).

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Pastoralbesuch von Bischof Roald in Bayern, August 2019

Vom 16.-19. August 2019 besuchte Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad (Oslo) den Seelsorgebereich Bayern. Es folgt ein kurzer Bildbericht.

Bischöfliche Firmung

In der Abtei St. Severin in Kaufbeuren, mit Pfarrkurat Franz Schömer (links im Bild) als Firmpaten und Abt Michael OPR (rechts) als Zeremoniar.

Diakon- und Priesterweihe

Tamás Széles, im Zivilberuf ein bekannter ungarischer Synchronsprecher, wurde geweiht für die Altkatholische Mission Ungarn, die der deutschen Administratur kirchenrechtlich angeschlossen ist. Auch Priester Péter Kováts aus Szombathely war hierfür eigens ins Allgäu gereist.

Tamás Széles, Franz Schömer, Péter Kováts
Bischof Roald mit Neupriester Tamás Széles
inmitten des Klerus und der Brüder der Abtei St. Severin

Beratungen zum Martinuswerk

Bischof Roald N. Flemestad und Abt Michael OPR berieten sich mit dem Vorstand des Martinuswerks über dessen Wirken für die deutsche Administratur. Das Martinuswerk e.V. ist nun offiziell als bischöfliches Werk der Union von Scranton anerkannt.

Abt Michael OPR, Michael Berghoff, Bischof Roald N. Flemestad, Archidiakon Daniel Gerte

Brüderliche Gemeinschaft …

… fand auch außerhalb des offiziellen Programms statt.

Br. Maximilien OPR, Br. Georg OPR, Dr. Daniel Gerte