Hilfe für Bedürftige in Ungarn

[Heilige Elisabeth von Ungarn: Simone Martini, ca. 1325]

Vor Kurzem hat das Martinuswerk e.V., der Förderverein der Nordisch-katholischen Mission in Deutschland, ein neues caritatives Projekt begonnen: Wir sammeln hier in Deutschland neue und gut erhaltene gebrauchte Kleidung, um sie nach Ungarn zwecks Verteilung an Bedürftige zu senden. (Perspektivisch ist auch an weitere Gegenstände des täglichen Gebrauches zu denken.) Der nordisch-katholische Geistliche in Szombathely, dem Geburtsort des heiligen Martin, und ein Gemeindeglied seines Vertrauens werden persönlich sicher stellen, dass alles auch dort ankommt, wo es wirklich benötigt wird. Am heurigen Tag der heiligen Elisabeth von Thüringen und Ungarn, bitten wir besonders herzlich um Unterstützung dieses Werkes, sei es durch Gebet, Sachspenden oder Geldzuwendung. Gott segne Geber und Gaben!

Ansprechpartner in Deutschland und Ungarn:

Priester Péter Kováts

Licht der Hoffnung in dunkler Zeit

Speyerer Evangelistar (Codex Bruchsaliensis 1) um 1200

Ich bin das Licht der Welt: wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.

Johannesevangelium 8,12

In unseren Gedanken und in unserer Fürbitte sind wir bei allen Menschen, die sich in diesen Tagen und Wochen um ihre Gesundheit, ihre wirtschaftliche Existenz oder das Wohl ihrer Angehörigen sorgen — und bei all jenen, die das Menschenmögliche tun, damit auch in dieser Lage das Leben weitergeht. Wir gedenken der Opfer der islamistischen Anschläge in Paris, Nizza und Wien sowie ihrer Angehörigen — und aller Opfer von Krieg, Verfolgung und Gewalt weltweit.

Gebetsvorschläge

In Zeiten von Epidemien

Allmächtiger und allbarmherziger Gott! In dieser Zeit schwerer Krankheit fliehen wir zu Dir, unserem Beistand. Wir ersuchen Dich: Errette uns aus der Gefahr; gib allen, die sich der Kranken annehmen, Kraft und Geschick; schenke Erfolg beim Einsatz jeglicher Heilmittel. Und lass uns erkennen, wie hinfällig und ungewiss unser Leben ist, damit wir unser Herz ausrichten auf die himmlische Weisheit, die zum ewigen Leben führt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Um die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit

Herr, himmlischer Vater. Durch Deinen einzig gezeugten Sohn Jesus Christus hast Du uns gelehrt, Dich um das tägliche Brot anzurufen. Du gibst allen Speise zur rechten Zeit. Blicke gnädig auf unsere Arbeit und unsere Sorge; lass unsere Mühen nicht vergeblich sein; gib Gedeihen dem, was wir pflanzen; segne in Deiner Huld, was Du uns spendest. Und stärke unser Vertrauen auf Deine väterliche Führung und Leitung, damit wir uns stets an Deine Güte erinnern. Durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn. Amen.

Um den Frieden

Himmlischer Vater. Du lässt Deine Sonne aufgehen über Gute und Böse und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Gib Deinen Kindern den Frieden, den die Welt nicht geben kann. Lass uns an Deinen Geboten festhalten und, durch Deine Gnade beschützt vor allen Gefahren des Leibes und der Seele, unsere Tage in Ruhe zubringen. Durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn. Amen.

Der heilige Lukas — Arzt des Leibes und der Seele

[St. Lukas schreibt die erste Ikone (Hodegetria): Russland, frühes 15.Jh.]

Gedanken zum Lukasfest (18. Oktober) 2020

Nach einer Woche, die vor allem von Sorge um die aktuellen SARS-CoV-2-Infektionszahlen geprägt war, feiert die Kirche das diesjährige Fest ihres vielleicht berühmtesten Arztes: das Fest des heiligen Evangelisten Lukas, vielseitig begabter Reisebegleiter des Völkerapostels Paulus. Nicht nur die kirchliche Tradition, sondern auch bedeutende zeitgenössische Neutestamentler wie Martin Hengel (1926–2009) erkennen in Lukas den Autor des nach ihm benannten Evangeliums und der Apostelgeschichte — zwei Bücher des Neuen Testaments, deren (schon in den Vorworten angedeuteter) Anspruch die besondere Genauigkeit und Verlässlichkeit der Darstellung ist. Das Lukasevangelium zeichnet sich zudem aus durch das charakteristische Interesse an der Geburts- und Kindheitsgeschichte Jesu — ferner auch durch einen besonderen Kunstsinn, der in der Überlieferung der Cantica Magnificat, Benedictus und Nunc dimittis, des Ave Maria und des Beginns des Gloria in excelsis (Große Doxologie) zum Vorschein kommt. Wenn man nun noch die anatomische Vorbildung in Rechnung stellt, die Lukas als Arzt auch bereits in der Antike gehabt haben muss, wird sehr plausibel, warum er in der kirchlichen Überlieferung als erster Ikonograph gilt. So soll er als Erster (und mit Kunstfertigkeit) die Gottesmutter mit Jesuskind — im Typus der Hodegetria (Wegweiserin) — gemalt haben.

Gerade in diesen Tagen dürfen wir uns nun vom Glaubensvorbild des heiligen Lukas inspirieren lassen. Denn als Arzt lag ihm die physische Gesundheit der ihn umgebenden Menschen besonders am Herzen, und so wurde er (wie die heutige Epistel lehrt) zum treuesten Reisebegleiter des heiligen Paulus von Tarsus. Zugleich wird er jedoch durch das Vorbild des Völkerapostels immer wieder daran erinnert worden sein, dass die Gesundheit der Seele, angesichts ihrer Unsterblichkeit, sogar ein noch höheres Gut ist. So kam es, dass er seine vielfältige Begabung in den Dienst der Verkündigung der Frohen Botschaft Jesu Christi gestellt hat, um

seinem Volk die Kenntnis des Heils zu verschaffen
durch Vergebung ihrer Sünden […],
um denen Licht zu spenden, die in Finsternis und Todesschatten sitzen,
und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu leiten.

Lk 1,77.79

Wie können nun auch wir von Lukas, dem Arzt des Leibes und der Seele lernen? Es liegt im Grunde auf der Hand; es ist in mancherlei Hinsicht erschreckend einfach: Indem wir in diesen Tagen nicht nur auf Abstand, Hygiene und Alltagsmaske (AHA) achten, sondern uns auch immer wieder daran erinnern, dass dieses Leben endlich und vorläufig ist — und dass es uns und auch den Menschen in unserer Umgebung als Vorbereitung auf die Ewigkeit dienen soll.

Wir dürfen das diesseitige Leben, als Teil von Gottes guter Schöpfung, ganz gewiss nicht geringschätzen. Aber um es in seiner ganzen Tragweite zu verstehen, müssen wir es von der Ewigkeit her betrachten. Warum? Weil unsere Seele unsterblich, für die Ewigkeit geschaffen ist. Diese Ewigkeit nun können wir nur entweder auf ewig in versöhnter Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott verbringen — oder aber in ewiger Trennung von Ihm, dem ewigen Licht und Quell des Lebens; ein Drittes gibt es nicht! Die Krankheit der Seele besteht nun gerade darin, nicht die versöhnte Gemeinschaft mit Gott durch Vergebung ihrer Sünden (Lk 1,77) zu suchen, sondern allzu kurzsichtig anderes für scheinbar dringlicher, wichtiger und kurzfristig bequemer zu erachten. Die gute Nachricht, die Frohe Botschaft (griech. euaggelion, davon lat. evangelium), aber ist dies: dass wir von jener Krankheit der Seele geheilt werden können — und zwar, indem wir den Sinn unseres Lebens bei Jesus Christus, dem menschgewordenen Wort (Logos) des lebendigen Gottes, suchen. Unser Leben im Diesseits und im Jenseits Ihm anzuvertrauen, ist daher die große Chance unseres irdischen Lebens — eine vergleichbare gibt es nicht und wird auch nicht kommen! Versäumen wir daher nicht, diese Chance zu ergreifen und auch immer wieder neu zu ergreifen, wenn sie uns zu entgleiten droht — damit unser Leben nicht länger ohne bleibenden Sinn verrinnt. Und enthalten wir auch den Menschen in unserem Umfeld diese rettende Botschaft nicht vor. Denn: In keinem andern ist die Rettung zu finden; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen. (Apg 4,12)

Unser Vertrauen immer wieder auf Jesus Christus, den wesensgleichen Sohn Gottes, zu setzen, können wir einüben. Denn selbst wenn uns einmal die Worte versagen sollten angesichts von Sorge und Anfechtung, können wir zu Ihm rufen mit den einfachen Worten des Evangeliums:

Herr Jesus, ich glaube,
hilf meinem Unglauben!
Gott, sei mir Sünder gnädig.

Her.

Eigentexte zum Lukastag

Tagesgebet

Allmächtiger Gott! Du beriefst Lukas den Arzt, der um seines Evangeliums willen gepriesen wird, zum Arzt der Seele. Lass es Dir wohlgefallen, durch die heilsame Arznei seiner Lehre die Krankheiten unserer Seelen zu heilen. Durch Deinen Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist, ein einiger Gott, lebt und herrscht, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Epistel

2 Tim 4,5–15

Du aber bleibe nüchtern in jeder Hinsicht, nimm die Leiden auf dich, richte die Arbeit eines Predigers der Heilsbotschaft aus und versieh deinen Dienst voll und ganz. 6Denn was mich betrifft, so wird mein Blut nunmehr als Trankopfer ausgegossen, und die Zeit meines Abscheidens ist da. 7Ich habe den guten Kampf gekämpft, habe den Lauf vollendet, den Glauben unverletzt bewahrt: 8fortan liegt für mich der Siegeskranz der Gerechtigkeit bereit, den der Herr, der gerechte Richter, mir an jenem Tage zuteilen zuerkennen wird; jedoch nicht nur mir, sondern überhaupt allen, die sein Erscheinen mit Liebe erwartet haben. 9Komm möglichst bald zu mir, 10denn Demas hat mich aus Liebe zur jetzigen Weltzeit verlassen und ist nach Thessalonike abgereist, Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien; 11nur Lukas ist noch bei mir. Nimm Markus zu dir und bringe ihn mit; denn ich kann ihn zu Dienstleistungen gut gebrauchen. 12Tychikus aber habe ich nach Ephesus gesandt. 13Den Reisemantel, den ich in Troas bei Karpus zurückgelassen habe, bringe mir mit, wenn du kommst, auch die Bücher, besonders die Pergamentblätter. 14Der Schmied Alexander hat mir viel Böses angetan: der Herr wird ihm nach seinem Tun vergelten. 15Nimm auch du dich vor ihm in acht, denn er ist unsern Aussagen mit Entschiedenheit entgegengetreten.

Evangelium

Lk 10,1–7a

Hierauf aber bestellte der Herr noch siebzig andere (Jünger) und sandte sie paarweise vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst zu gehen gedachte. 2Er sagte zu ihnen: »Die Ernte ist groß, aber klein die Zahl der Arbeiter; darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter auf sein Erntefeld sende! 3Geht hin! Seht, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe. 4Nehmt keinen Geldbeutel mit euch, auch keine Reisetasche und keine Schuhe, und lasst euch unterwegs mit niemand in lange Begrüßungen ein. 5Wo ihr in ein Haus eintretet, da sagt zuerst: ›Friede (sei) mit diesem Hause!‹ 6Wenn dann dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm gewünscht habt, auf ihm ruhen; andernfalls wird euer Friedensgruß zu euch zurückkehren. 7In demselben Hause bleibt dann und esst und trinkt, was man euch bietet; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert.«

Kritik an Bischofsweihe in „Christ-Katholischer Kirche“ (KNA)

Die Veröffentlichung des folgenden Artikels aus „Ökumenische Information“ (Nr. 21 vom 21.05.19, S. 2) erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Für die Erlaubnis zur Verwendung des Beitragsbildes bedanken wir uns bei der Firma Holyart.

Düsseldorf/Urspringen Die altkatholische „Union von Scranton“ hat die kirchenrechtliche Rechtmäßigkeit der Bischofsweihe der „Christ-Katholischen Kirche“ (CKK) in Deutschland bestritten. Am 19. Mai wurden in der Schlossparkhalle im unterfränkischen Urspringen Klaus Mass zum Bischof und Thomas Doell zum Weihbischof geweiht. Die Weihe spendeten nach einem Bericht der „Main-Post“ die Bischöfe Gerard Laplante (Hauptzelebrant) und Jürgen Schmode von der Altkatholischen Kirche von Britisch-Kolumbien sowie Hansjörg Peters (Altkatholische Kirche der Slowakei) und Adam Rosiek (Altkatholische Nationalkirche in Polen).

„Sakramental zweifelhaft“

Die Union von Scranton sprach von unerlaubten und „sakramental zweifelhaften“ Weihen. Weder ein Bischof der Union von Scranton noch der Utrechter Union, die den größeren Teil der Altkatholiken weltweit repräsentiert, sei beteiligt. Die CKK sei seit Juni 2018 nicht mehr mit der Union verbunden, betonte diese in einer Pressemitteilung. Im vergangenen Sommer hätten Mass, Doell und einige weitere deutschsprachige Geistliche und Gläubige sich von der zur Union gehörenden Nordisch-Katholischen Kirche losgesagt und die CKK als selbstständige Jurisdiktion gegründet. Diese werde aber von der Union nicht anerkannt.

Die altkatholischen Kirchen entstanden aus Protest gegen das Erste Vatikanische Konzil (1869/70), das die päpstliche Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sitte sowie die oberste Leitungsgewalt des Papstes in der Kirche festschrieb. Die Altkatholiken betrachten dies als Bruch mit alten Glaubensüberlieferungen. Zusammengeschlossen sind ihre Kirchen zum größeren Teil in der 1889 gegründeten Utrechter Union. 2003 zerbrach diese im Streit um die Ordination von Frauen und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Um die Kirche der polnischen Altkatholiken in Nordamerika bildete sich ein neuer Zusammenschluss, die Union von Scranton. © KNA

Richtigstellung aus gegebenem Anlass vom 14. Mai 2019

Die Nordisch-Katholische Kirche veröffentlicht aus Anlass der für den 19. Mai 2019 vorgesehenen Bischofsweihen der „Christ-Katholischen Kirche in Deutschland“ folgende Richtigstellung:

1) Die sog. „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ (CKK) um Klaus Mass und Dr. Thomas Doell gehört bereits seit Juni 2018 nicht mehr zur altkatholischen Union von Scranton.

2) In Wirklichkeit ist einzige europäische Diözese der altkatholischen Union von Scranton die Nordisch-Katholische Kirche mit Bischofssitz in Norwegen.

3) Der Bischof der Nordisch-Katholischen Kirche hat im Juni 2018 Klaus Mass als Generalvikar ihrer deutschen Administratur, die bis dahin den Namenszusatz „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ trug, seines Amtes enthoben und vom Klerikeramt suspendiert.
Der Erzbischof der Union von Scranton hat diese Entscheidung der Nordisch-Katholischen Kirche uneingeschränkt befürwortet.

4) Im Juli 2018 haben sich Mass, Doell und einige weitere deutschsprachige Geistliche und Gläubige von der Nordisch-Katholischen Kirche losgesagt und die „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ als selbständige Jurisdiktion gegründet. Sie haben sich dann dem Schutz der „Altkatholischen Kirche von British Columbia“ unterstellt, deren kurzzeitige Gastmitgliedschaft in der Utrechter Union der altkatholischen Kirchen 2007 wegen offener Fragen zur Theologie und sakramentalen Gültigkeit dieser Kirche unfreiwillig beendet wurde.

5) Die Abtei St. Severin, der frühere alt-katholische Pfarrer von Frankfurt und der Notfallseelsorger für Einsatzkräfte beim Bayerischen Roten Kreuz, die vormals zur Alt-Katholischen Kirche der Utrechter Union gehörten, sind in der Nordisch-Katholischen Kirche und damit in der Union von Scranton bei ihrem Bischof geblieben.

6) Die Union von Scranton distanziert sich ausdrücklich von den geplanten unkanonischen „Bischofsweihen“ und ihrer spalterischen Vorgeschichte. Selbstverständlich wird weder ein Bischof der Union von Scranton noch der Utrechter Union der Einladung zu diesen „Konsekrationen“ folgen.

7) Klaus Mass und Thomas Doell werden sich als „Bischöfe“ daher außerhalb der beiden altkatholischen Kirchenunionen befinden. Ihre Weihen erfolgen sakramental zweifelhaft, im Hinblick auf die sehr überschaubare Größe ihres „Bistums“ und dessen Vorgeschichte zudem unerlaubt sowie nach den Maßstäben der Union von Utrecht aus diesen Gründen auch ungültig, weshalb vor ihnen als episcopi vagantes („Vagantenbischöfe“) zu warnen ist.

8) Die Nordisch-Katholische Kirche steht in voller Kirchengemeinschaft mit der Polish National Catholic Church of America und ist mit ihr auch kirchenrechtlich, als Mitgliedskirche der Union von Scranton, fest verbunden. Dagegen kann die „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ keineswegs als „Tochter“ der Nordisch-Katholischen Kirche gesehen werden. Sie ist eine — ohne ersichtlichen theologischen Grund erfolgte — Abspaltung, mit welcher die Union von Scranton keine Sakramentengemeinschaft pflegt.

Osterjubel Anno Domini 2019: „Christus ist erstanden … Halleluja!“

Rückseite des Evangeliars mit Darstellung des Auferstandenen,
Vorderseite mit Kreuzigungsdarstellung (Foto: NKK; Material: Messing)

Orthodoxes Oster-Troparion:

Χριστὸς ἀνέστη ἐκ νεκρῶν,
θανάτῳ θάνατον πατήσας,
καὶ τοῖς ἐν τοῖς μνήμασι,
ζωὴν χαρισάμενος!

Transliteration:

Christós anésti ek nekrón,
thanáto thánaton patísas,
ké tís en tís mnímasi,
zoín charisámenos!

Übersetzung:

Christus ist auferstanden von den Toten
hat den Tod durch den Tod zertreten
und denen in den Gräbern
das Leben geschenkt!

Die Nordisch-Katholische Kirche wünscht allerseits frohe und gesegnete Ostern!

Ökumenischer Glaubenskreis in Düsseldorf am 16.03.19

Als das Gründungstreffen am 16. Februar endete, schloss sich bald hinter den sieben Interessierten die große Seitentür der Johanneskirche. Denn die Zeit war im Nu vergangen, und das Café im Foyer stellte für heute seinen Betrieb ein.

Nach drei Stunden voll anregenden Gesprächen über tiefe und wesentliche Fragen des Glaubens, waren sich alle einig, dass dies nach einer Fortsetzung verlange.

Daher wird der Gesprächsfaden entlang des ursprünglichen Glaubens der frühen Christen wieder aufgenommen am 16. März um 15 Uhr in der Johanneskirche (Martin-Luther-Platz, Nähe der Düsseldorfer Kö).

Ein Fest voll Gebet, Gesetz und Glauben. Internationale Tagung der Union von Scranton vom 22. bis 24. Februar 2019

Vom 22. bis 24. Februar 2019 fand in der Abtei St. Severin eine internationale Tagung der Union von Scranton unter dem Vorsitz des Erzbischofs und Primas der Polnisch-Nationalkatholischen Kirche (PNCC), Dr. Anthony A. Mikovsky, und des Bischofs der Nordisch-Katholischen Kirche, Dr. Roald N. Flemestad, sowie zahlreicher weiterer Theologen der Union von Scranton aus Nordamerika und unterschiedlichen Ländern Europas statt.

Die Tagung war eingebettet in Stundengebete in katholischer (geleitet von den Mönchen von St. Severin) und anglikanischer Tradition (geleitet von der englischen Delegation). Gegenstand war vor allem die künftige kirchenrechtliche Verfassung der Gemeinden der Union von Scranton in Europa außerhalb Skandinaviens. So wurde die Errichtung einer Unselbstständigen Mitgliedskirche unter Leitung eines Bischöflichen Delegaten (gemäß Teil C, Art. 3i der Statuten der Union von Scranton) diskutiert. Daneben wurde auch liturgische Fragen besprochen. Den Abschluss und Höhepunkt stellte die gemeinsame Eucharistiefeier dar.

Kirchenrechtlicher Hintergrund

Die Union von Scranton definiert sich als „Gemeinschaft von Kirchen in voller Sakramentengemeinschaft mit der Polnisch-Katholischen Nationalkirche (PNCC)“ (Statuten, Überschrift). In ihrer inneren Ordnung kann sie am Besten mit einem orthodoxen Patriarchat, das autonome Teilkirchen besitzt, verglichen werden. Die Rolle des ersten Hierarchen und Vorsitzenden der Bischofskonferenz nimmt dabei verfassungsgemäß der Primas der PNCC ein (Statuten, D, Art. 1c).

Die kleineren Mitgliedskirchen (bisher nur die Nordisch-Katholische Kirche) genießen eine begrenzte Autonomie. Sie dürfen — sofern sie nicht von der offiziellen Theologie (insbesondere die Erklärung von Scranton und das orthodox-altkatholische Konsensdokument Koinonia auf altkirchlicher Basis) abweichen — ein eigenes Kirchenrecht, eigene Liturgie und eigene Katechismen haben, müssen aber ihre Verfassung, liturgischen und katechetischen Bücher sowie alle anderen offiziellen Dokumente mit der PNCC teilen (wie auch umgekehrt, Statuten, C, Art. 11).

Da die Bischofskonferenz der Union von Scranton von der PNCC dominiert wird, leistet diese Gewähr für die Katholizität und Orthodoxie der kleineren Mitgliedskirchen der Union: Denn gegen den Mehrheitswillen der Bischofskonferenz darf keine Bischofsweihe stattfinden (Statuten, C, Art. 8d, 10b). Und problematischen Bischöfen kann mit Mehrheitsbeschluss die Mitgliedschaft unter bestimmten Voraussetzungen entzogen werden (C, Art. 3h).

Grundlage der Kirchengemeinschaft ist die Übereinstimmung in der katholischen Lehre und Liturgie (C, Art. 1a,b), die wechselseitige Anerkennung der Ämter in apostolischer Sukzession (C, Art. 1b,d) und die eucharistische Gemeinschaft (C, Art. 1c).