Kanonischer Status und ökumenische Beziehungen unserer Kirche

Eucharistische Gemeinschaft: Erzbischof Anthony Mikovsky kommuniziert in einer von Bischofsvikar Frederik Herzberg geleiteten Eucharistiefeier (Abtei St. Severin, Februar 2019)

Aus Anlass aktueller Anfragen geben wir hier eine kurze Erläuterung unseres kanonischen Status und unserer ökumenischen Beziehungen. Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir ein gesegnetes Fest Mariä Verkündigung.

Einbindung in die Union von Scranton

Die Nordisch-Katholische Kirche bildet zusammen mit der Polnisch-Katholischen Nationalkirche Amerikas (PNCC) die altkatholische Union von Scranton — eine altkatholische Kirchengemeinschaft, die grundsätzlich auch für andere Kirchen offen ist. Die Union von Scranton definiert sich als „Union von Kirchen in Sakramentengemeinschaft mit der Polnisch-Katholischen Nationalkirche“ (Statuten der Union von Scranton, Überschrift).

Grundlage dieser vollen, sakramentalen und kanonischen Kirchengemeinschaft ist die Übereinstimmung in der katholischen Lehre und Liturgie (Statuten, C, Art. 1a,b), die wechselseitige Anerkennung der Ämter in apostolischer Sukzession (Statuten, C, Art. 1b,d) und die eucharistische Gemeinschaft (Statuten, C, Art. 1c). In ihrer inneren Ordnung ähnelt die Union von Scranton jenen orthodoxen Patriarchaten, die autonome Teilkirchen besitzen; das Wirken der autonomen Teilkirchen wird durch die Statuten der Union von Scranton reguliert.

Kanonische Wirklichkeit der Union von Scranton

Das höchste Organ der Union ist die Bischofssynode, die als Internationale Katholische Bischofskonferenz (ICBC) der Union of Scranton bekannt ist. Das Amt des Erzbischofs der Union von Scranton und des Vorsitzenden ihrer Bischofskonferenz nimmt verfassungsgemäß der Leitende Bischof der Mutterkirche der Union, also der Prime Bishop der PNCC, ein (Statuten, D, Art. 1c) — derzeit ist dies Erzbischof Dr. Anthony Mikovsky. Die übrigen Mitglieder der Bischofskonferenz sind die Diözesanbischöfe der Mitgliedskirchen der Union of Scranton (Statuten, C, Art. 1f).

Jede Mitgliedskirche der Union von Scranton (derzeit sind dies die Polish National Catholic Church und die Nordisch-Katholische Kirche) genießt einen gewissen Grad an Autonomie. Zum Beispiel ist es der Nordisch-Katholischen Kirche gestattet, — sofern sie nicht von der offiziellen Theologie der Union (vor allem die Erklärung von Scranton und das orthodox-altkatholische Konsensdokument Koinonia auf altkirchlicher Basis = IKZ 79/Sonderheft, 1989) abweicht — ein eigenes Kirchenrecht, eine eigene Liturgie und eigene Katechismen zu haben. Gleichwohl ist sie verpflichtet, ihr Kirchenrecht samt allen liturgischen und katechetischen Büchern sowie auch alle anderen offiziellen Dokumenten mit den Bischöfen der PNCC zu teilen (wie auch umgekehrt, Statuten, C, Art. 11).

Zwischen den Mitgliedern der Bischofskonferenz der Union von Scranton besteht ein hohes Maß an wechselseitiger Abhängigkeit: So kann beispielsweise kein Bischof der Union ohne Zustimmung der Bischofskonferenz an einer Bischofsweihe teilnehmen (Statuten, C, Art. 8d, 10b); darüber hinaus kann einem Bischof durch einen Mehrheitsbeschluss die Mitgliedschaft in der Bischofskonferenz (und damit der Union of Scranton) entzogen werden, wenn er gegen den synodalen Konsens handelt oder lehrt (Statuten, C, Art. 3h). Gegenwärtig bilden die Bischöfe der PNCC die überwältigende Mehrheit der Bischofskonferenz der Union von Scranton, da nur der nordisch-katholische Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad nicht der PNCC angehört. Bischof Roald Flemestad wurde 2011 von der PNCC für den Dienst in der Nordisch-Katholischen Kirche und als Missionsbischof für Europa konsekriert.

Dementsprechend wird die Katholizität und Orthodoxie der Nordisch-Katholischen Kirche durch jene der PNCC garantiert. Die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche, die der bischöflichen Leitung von Bischof Roald Flemestad untersteht, gehört zur kanonischen Jurisdiktion der Union von Scranton. Sie ist der kanonische Vertreter der Union von Scranton und damit ihrer Mutterkirche, der PNCC, hierzulande.

Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche

In einer Gemeinsamen Erklärung zur Einheit (Joint Declaration on Unity) haben im Jahr 2006 die römisch-katholische Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten und die Polnisch-Katholische Nationalkirche (PNCC) die gegenseitige Anerkennung der Gültigkeit aller Sakramente sowie die communicatio in sacris (gemäß can. 844 §§ 2-3 CIC/1983) festgestellt. Daraus folgt aus zwingenden ekklesiologischen Gründen auch die Anerkennung der sakramentalen Validität der — 2006 noch als Tochterkirche unselbständigen — Nordisch-Katholischen Kirche.

Diese Entscheidung wurde 2015 von Papst Franziskus und der Glaubenskongregation bestätigt. Aus Anlass der Inkardination des früheren nordisch-katholischen Priesters Erik Heyerdahl Holth in das römisch-katholische Bistum Oslo wurde damals beschlossen:

Mitteilung des Bistums Oslo

„Am 5. September 2015 entschied Papst Franziskus auf Empfehlung der Glaubenskongregation, dass die Priesterweihe von Erik Andreas Heyerdahl Holth in der Polish National Catholic Church gültig ist.“

Quelle: katolsk.no – Abruf 7. Dezember 2018

Beziehungen zu den chalcedonensisch-orthodoxen Kirchen

Die Polnisch-Katholische Nationalkirche (PNCC) war am Dialog der altkatholischen Kirchen mit den chalcedonensisch-orthodoxen Kirchen aktiv beteiligt. Darin wurde eine weitestgehende theologische Übereinstimmung festgestellt, dokumentiert in Koinonia auf altkirchlicher Basis (hg. U. von Arx, in: Internationale Kirchliche Zeitschrift 79/4, 1989).

Die PNCC war in dem orthodox-altkatholischen Dialog u.a. durch den späteren Bischof Thaddeus Peplowski vertreten, welcher von 1999 bis 2011 die Nordisch-Katholische Kirche als skandinavische Administratur der PNCC leitete. Die Bischöfe der Union von Scranton haben 2016 noch einmal geschlossen das Ziel der vollen sakramentalen und kanonischen Einheit mit den chalcedonensisch-orthodoxen Kirchen bekräftigt. Aus ekklesiologischen Gründen muss ja aus der gemeinsam erkannten theologischen Gemeinschaft auch die kanonische Einheit folgen:

Feststellung der Gemischten Orthodox-Altkatholischen Theologischen Kommission (Kavala, Oktober 1987)

„Folge und Ausdruck der gemeinsam erkannten Glaubensgemeinschaft ist die volle, liturgisch-kanonische Gemeinschaft der Kirchen,
die Verwirklichung der organischen Einheit in dem einen Leib Christi.“

Internationale Kirchliche Zeitschrift 79/4, 1989: 103

Multilaterales ökumenisches Engagement

Die PNCC ist seit 1948 Mitgliedskirche (Gründungsmitglied) des Weltkirchenrats. Sie gehört ferner zum Nationalen Kirchenrat der Vereinigten Staaten und zum Zusammenschluss Christian Churches Together. Die Nordisch-Katholische Kirche gehört seit 2015 als Vollmitglied zum Norwegischen Christenrat — dem dortigen Äquivalent der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen.

Christopheri-Kirche erhalten: Festgottesdienst in Eslohe-Reiste am 2.12.18

 

Dank der privaten Initiative und des großen Engagements von Frau Marianne Schneider wurde die frühere evangelische Christopheri-Kirche Am Reinspring 2A in Eslohe-Reiste (Nähe Meschede) vor zwei Jahren in eine Kunst- und Begegnungskirche verwandelt.

In Zeiten, in denen viele Kirchen geschlossen und abgerissen werden, konnte dieses Gotteshaus somit vor solch einem drohenden Schicksal bewahrt und erhalten werden. Daher war es nun möglich ist, das 50jährige Bestehen dieses Ortes, der für viele Menschen zu ihrer geistlichen Heimat geworden ist, in einem festlichen Gottesdienst am Sonntag, dem 2. Dezember 2018, um 11.00 Uhr zu feiern.

Bereits Allerheiligen feierte Dr. Gerte dort mit Gläubigen und Gästen aus allen Landesteilen Nordrhein-Westfalens den Gottesdienst, so dass die kleine Kirche mit Leben erfüllt und nach Jahren des Ungenutztseins wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt wurde.

Über die pastorale Arbeit von Dr. Daniel Gerte berichtete die örtliche Presse unter dem Titel: „Heimathafen gefunden in Nordisch-Katholischer Kirche“.

Zwei Priesterweihen am Martinstag 2018

Voll Freude geben wir bekannt, dass Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad zwei Diakonen unserer Administratur am Martinstag 2018 das Sakrament der Priesterweihe gespendet hat.

Diakon Ralf Blasberg (rechts im Bild) hat Theologie und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom studiert, zudem Latein in Bonn und Köln auf Lehramt. Der Diplom-Theologe ist verheiratet und Gymnasiallehrer.

Diakon Dr. Dr. Marco Ragni (links im Bild) wurde in Kognitionswissenschaft und Informatik promoviert und studiert nebenberuflich Theologie. Er hat an dem theologischen wie pastoralen Teil der Diakonenausbildung des Erzbistums Freiburg teilgenommen. Nach Habilitationen u. a. für Allgemeine Psychologie ist er heute außerplanmäßiger Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Wir sagen Deo gratias und wünschen Euch Gottes Segen für Euren priesterlichen Dienst!

„Gott selbst vollende das gute Werk, das er in euch begonnen hat.“

(Aus der Weiheliturgie)

 

 

 

 

„Christ-Katholische Kirche“ — Anglikanische Richtigstellung

v.l.n.r.: Erzbischof Dr. Anthony A. Mikovsky,
Bischof Gerhard Meyer,
Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad

 

Wir dokumentieren im Folgenden eine Stellungnahme der Anglikanischen Kirche in Deutschland, auch bekannt als Reformierte Episkopalkirche, gefolgt von einer eigenen Einschätzung.

Ökumenische Mitteilung der Anglikanischen Kirche in Deutschland

Aufgrund einer Veröffentlichung der „Christ-Katholischen Kirche“ teilt die Anglikanische Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) Folgendes mit:

Auf ihrer Website behauptet die unkanonische „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“, eine Abspaltung von der Nordisch-Katholischen Kirche (der kanonischen Union von Scranton) und Neugründung dieses Jahres (2018):

„… im ökumenischen Dialog mit der Anglikanischen Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) konnte die gegenseitige Einladung zur Eucharistie ausgesprochen werden…“ (Zugriff am 23. Oktober 2018).

Wir entgegnen: Die biblisch begründete und für alle Christen geltende, allgemeine Einladung zum Tisch des Herrn — wie sie in unserem Gebetbuch ausgesprochen wird[1] — kann jedoch nicht exklusiv oder als formelle, bilaterale Absprache mit der „Christ-Katholischen Kirche“ interpretiert werden.

Wir erklären weiterhin: Mit der „CKK“ haben nie formelle „Dialoge“ stattgefunden. Es kann sie auch nicht geben, da die „CKK“ seit ihrer Gründung und zurzeit (Oktober 2018) entgegen ihrer eigenen Theologie ohne Bischof ist (nulla ecclesia sine episcopo, nullus episcopus sine ecclesia): Selbst nach eigenem Verständnis ist sie derzeit keine Kirche.

Es ist seitens der Anglikanischen Kirche in Deutschland auch in Zukunft nicht beabsichtigt, formelle Dialoge zu führen oder Kooperationsvereinbarungen zu schließen.

Fußnote:

[1] Das Allgemeine Gebetbuch (Schwarzenborn 2014), S. 508: „Alle, die unseren Herrn und Heiland Jesus Christus aufrichtig lieben und auf seinen Namen getauft sind, sind herzlich zum Tisch des Herrn eingeladen.“

Quelle: Blog der Anglikanischen Kirche i.D., Mitteilung vom 24. Oktober 2018
(abgerufen am 25. Oktober 2018)

Die Meldung der „Christ-Katholischen Kirche“ im Wortlaut

Eucharistische Gastfreundschaft
Gegenseitige Einladung an den Tisch des Herrn ausgesprochen

Im ökumenischen Dialog mit der Anglikanischen Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) konnte die gegenseitige Einladung zur Eucharistie ausgesprochen werden. Die volle Kirchengemeinschaft konnte hingegen nicht festgestellt werden, da die Anglikanische Kirche in Deutschland hierfür ausdrücklich die Übernahme der 39 Artikel der englischen Reformation voraussetzt.

Quelle: Christ-Katholische Kirche: Meldungen
(abgerufen am 27. Oktober 2018)

Kommentar der deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche

Die Klarstellung der Anglikanischen Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) ist sehr zu begrüßen. Die Anglikanische Kirche in Deutschland zeigt dadurch nach unserer Einschätzung, dass sie zwei der ökumenisch wichtigsten Entscheidungen der weltweiten anglikanischen Bischofskonferenz (Lambeth Conference) rezipiert hat:
  1. Die von episcopi vagantes geleiteten Gemeinschaften sind aus anglikanischer Sicht keine ordnungsgemäß verfassten Kirchen (Lambeth Resolutions 27/1920, 54/1958). Die Stellungnahme der Anglikanischen Kirche in Deutschland übersetzt hierbei das von der Lambeth-Konferenz gewählte Wort properly constituted („ordnungsgemäß verfasst“) nach orthodoxem Vorbild mit „kanonisch“.
  2. Die Sakramentengemeinschaft mit einer anglikanischen Kirche erfordert nicht notwendigerweise die Annahme der 39 Artikel (Bonn Agreement, Ziffer 3; vgl. z.B. Lambeth Resolution 67/1958). Dass dies die Position der Anglikanischen Kirche in Deutschland ist, war auch schon im Dialog mit der Nordisch-Katholischen Kirche in den Jahren 2013/14 deutlich geworden.

Zum Hintergrund: Die Anglikanische Kirche in Deutschland, seit 2014 geleitet von Bischof Gerhard Meyer als Diözesanbischof, ist das einzige deutschsprachige anglikanische Bistum der Welt. Als Auslandsdiözese der Anglican Church in North America steht sie in voller Kirchengemeinschaft mit zahlreichen theologisch konservativen (und viele Millionen Mitglieder starken) anglikanischen Kirchenprovinzen weltweit.

Warnhinweis aus gegebenem Anlass

In einer anderen Meldung der „Christ-Katholischen Kirche“ wurde eine angebliche Anerkennung der Old Catholic Church of British Columbia (unter deren Jurisdiktion sich die „Christ-Katholische Kirche“ gestellt hat) durch die römisch-katholische Erzdiözese von Québéc behauptet. In der entsprechenden Mitteilung der Erzdiözese (verbreitet von der Old Catholic Church of British Columbia) wird aber lediglich beschrieben,

  1. dass einer der Priester der Old Catholic Church of British Columbia, welcher aber dieser kirchlichen Gemeinschaft erst nach (!) seiner Weihe beigetreten ist (vgl. den Jahresbericht dieser Kirche, S. 7 – November 2004, abgerufen 26. Oktober 2018) einst aus römisch-katholischer Sicht gültig geweiht wurde, und
  2. dass das Sakrament der Taufe in der Old Catholic Church of British Columbia — so wie aus römisch-katholischer Sicht in jeder christlichen Gemeinschaft — gültig gespendet wird.

Von einer allgemeinen Anerkennung der in der Old Catholic Church of British Columbia gespendeten Sakramente durch das römisch-katholische Erzbistum von Québéc oder ein anderes römisch-katholisches Bistum kann keine Rede sein. Auch die Old Catholic Church of British Columbia behauptet dies nicht!

Bischöfe der Union von Scranton besuchen Deutschland

Mit großer Freude geben wir bekannt, dass unser Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad abermals die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche besuchen wird: Vom 9.-11. November 2018 wird er an den Tagen der Begegnung in Mainz teilnehmen. Alle Mitglieder und Freunde unserer Kirche sind hierzu herzlich eingeladen; bei Interesse bitte bei Archidiakon Dr. Daniel Gerte (gerte@nordischkatholisch.de) anmelden.

Ursprünglich war für November auch ein Besuch von Erzbischof Dr. Anthony Mikovsky (Leitender Bischof der Polish National Catholic Church of America und Erzbischof der Union von Scranton) geplant. Dieser musste jedoch verschoben werden: Erzbischof Anthony wird Deutschland nun im Rahmen der nächsten Pastoralkonferenz vom 22.-24. Februar 2019 in der Abtei St. Severin (Kaufbeuren) besuchen.


Erzbischof Dr. Anthony Mikovsky: Foto Jan Gross

Anthony Mikovsky bleibt Leitender Bischof der PNCC

Die XXV. Generalsynode der Polnisch-Katholischen Nationalkirche von Amerika (PNCC) in  Belleville, Illinois, hat Erzbischof Dr. Anthony Mikovsky abermals zu ihrem Leitenden Bischof (Prime Bishop) gewählt. Es ist seine zweite Wiederwahl; er amtiert seit 2010 als 6. Nachfolger von Bischof Franciszek Hodur, dem Gründer der PNCC.

Als Leitender Bischof der PNCC steht er zugleich, im Range eines Erzbischofs, der Bischofskonferenz der altkatholischen Union von Scranton vor. Wir gratulieren herzlichst und wünschen Erzbischof Anthony weiterhin Gottes Segen und Beistand für seinen Dienst in diesem hohen Amt.

Pastoralkonferenz und Priesterweihe in Kaufbeuren

Vom 16.-19. August 2018 besuchte Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche. Nach einem Pastoralbesuch in Gilching stand er der Pastoralkonferenz in der Abtei St. Severin vor und spendete dort am 13. Sonntag nach Pfingsten, den 19. August, dem bisherigen Diakon Franz Schömer das Sakrament der Priesterweihe. Die Primiz feiert der Neupriester am Samstag, den 25. August, um 17 Uhr in Gilching.

Auf der Pastoralkonferenz wurde einstimmig eine strukturelle Verschlankung der deutschen Administratur beschlossen. Sie gliedert sich hinfort in zwei Missions- und Seelsorgebereiche (Kuratien), deren Pastoralteams sich gegenseitig eng unterstützen werden: Erstens die Kuratie St. Michael für Bayern; hierzu zählen auch die exemte Abtei St. Severin und die Notfallseelsorge für Einsatzkräfte beim Bayerischen Roten Kreuz. Zweitens die Kuratie St. Willibrord für Westdeutschland, in deren Verantwortung auch die Auslandsmission Ungarn fällt. Darüber hinaus wurden grundsätzlich-theologische und praktische Fragen im Hinblick auf Kategorialseelsorge, Katechese und Liturgie erörtert.

Ein Wort zur Stunde

Kreuzigung: Fresko, Theophanes der Kreter, 15. Jh.

Angesichts von Kirchenspaltung und weiterer Konflikte in Kirche und Welt rufen wir unsere Gläubigen dazu auf, festzuhalten am „Dienst der Versöhnung“ mit Gott und den Menschen (2 Kor 5,19):

Gott war in Christus und hat die Welt mit sich versöhnt, indem er ihnen ihre Übertretungen nicht anrechnete und in uns das Wort von der Versöhnung niedergelegt hat.

Kurzinformation zur Nordisch-Katholischen Kirche und der neuen „Christ-Katholischen Kirche“

Kirchenväter: Miniatur, Kiewer Rus, 11. Jh.

Aus Anlass aktueller Anfragen und Entwicklungen teilen wir mit:

  1. Die Nordisch-Katholische Kirche hat im Jahr 2012 eine deutsche Administratur mit dem Namenszusatz „Christ-Katholische Kirche“ gegründet.
  2. Den Namenszusatz „Christ-Katholische Kirche“ verwendet die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche nun nicht mehr regelmäßig, da er im ökumenischen Kontext irreführend ist.
  3. Die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche besteht ansonsten unter der Leitung von Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad (Oslo) unverändert fort; sie gehört weiterhin zur altkatholischen Union von Scranton und steht in voller Kirchengemeinschaft mit der Polnisch-Katholischen Nationalkirche von Amerika (Mitglied des Weltkirchenrats seit 1948; seit 2006 in communicatio in sacris mit der römisch-katholischen Kirche nach CIC can. 844 §§ 2,3).
  4. Der Name „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ wird nun von einer neu gegründeten Gemeinschaft verwendet, deren Geistliche früher zur deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche gehört haben (teils aus leitender Position entlassen oder suspendiert).
  5. Die neue, von denselben Geistlichen geleitete, Gemeinschaft namens „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ untersteht nicht mehr Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad (Oslo); sie gehört auch nicht zur Union von Scranton und steht weder in Sakramentengemeinschaft mit der Nordisch-Katholischen Kirche noch mit der Polnisch-Katholischen Nationalkirche von Amerika (PNCC).
  6. Die geistliche Grundlage der Nordisch-Katholischen Kirche (Mitglied der norwegischen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen seit 2015) bleibt das Bekenntnis zum Glauben der ungeteilten Kirche (vgl. das orthodox-altkatholische Konsensdokument: Koinonia auf altkirchlicher Basis, hg. U. von Arx, IKZ 79/4, 1989) im Kontext unserer westlichen Kultur.
  7. Alle Gläubigen der Gemeinden in Ebenweiler (St. Andreas), Karlstadt (St. Patrick) und Saarbrücken (St. Barbara), welche auch weiterhin der Nordisch-Katholischen Kirche angehören möchten, bitten wir dringend um Kontaktaufnahme. Die dort bisher amtierenden Ortsgeistlichen sind aus der Gemeinschaft unserer Kirche ausgeschieden. (Für weitere Informationen sei auf die Erklärung der deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche vom 6. Juli 2018 verwiesen.)

Wir rufen unsere Gläubigen dazu auf, den Angehörigen der neuen Gemeinschaft mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen.

Düsseldorf, am Festtag des heiligen Benedikt von Nursia 2018

Prof. Frederik Irenäus Herzberg
Bischofsvikar