Christopheri-Kirche erhalten: Festgottesdienst in Eslohe-Reiste am 2.12.18

 

Dank der privaten Initiative und des großen Engagements von Frau Marianne Schneider wurde die frühere evangelische Christopheri-Kirche Am Reinspring 2A in Eslohe-Reiste (Nähe Meschede) vor zwei Jahren in eine Kunst- und Begegnungskirche verwandelt.

In Zeiten, in denen viele Kirchen geschlossen und abgerissen werden, konnte dieses Gotteshaus somit vor solch einem drohenden Schicksal bewahrt und erhalten werden. Daher war es nun möglich ist, das 50jährige Bestehen dieses Ortes, der für viele Menschen zu ihrer geistlichen Heimat geworden ist, in einem festlichen Gottesdienst am Sonntag, dem 2. Dezember 2018, um 11.00 Uhr zu feiern.

Bereits Allerheiligen feierte Dr. Gerte dort mit Gläubigen und Gästen aus allen Landesteilen Nordrhein-Westfalens den Gottesdienst, so dass die kleine Kirche mit Leben erfüllt und nach Jahren des Ungenutztseins wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt wurde.

Über die pastorale Arbeit von Dr. Daniel Gerte berichtete die örtliche Presse unter dem Titel: „Heimathafen gefunden in Nordisch-Katholischer Kirche“.

Zwei Priesterweihen am Martinstag 2018

Voll Freude geben wir bekannt, dass Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad zwei Diakonen unserer Administratur am Martinstag 2018 das Sakrament der Priesterweihe gespendet hat.

Diakon Ralf Blasberg (rechts im Bild) hat Theologie und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom studiert, zudem Latein in Bonn und Köln auf Lehramt. Der Diplom-Theologe ist verheiratet und Gymnasiallehrer.

Diakon Dr. Dr. Marco Ragni (links im Bild) wurde in Kognitionswissenschaft und Informatik promoviert und studiert nebenberuflich Theologie. Er hat an dem theologischen wie pastoralen Teil der Diakonenausbildung des Erzbistums Freiburg teilgenommen. Nach Habilitationen u. a. für Allgemeine Psychologie ist er heute außerplanmäßiger Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Wir sagen Deo gratias und wünschen Euch Gottes Segen für Euren priesterlichen Dienst!

„Gott selbst vollende das gute Werk, das er in euch begonnen hat.“

(Aus der Weiheliturgie)

 

 

 

 

„Christ-Katholische Kirche“ — Anglikanische Richtigstellung

v.l.n.r.: Erzbischof Dr. Anthony A. Mikovsky,
Bischof Gerhard Meyer,
Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad

 

Wir dokumentieren im Folgenden eine Stellungnahme der Anglikanischen Kirche in Deutschland, auch bekannt als Reformierte Episkopalkirche, gefolgt von einer eigenen Einschätzung.

Ökumenische Mitteilung der Anglikanischen Kirche in Deutschland

Aufgrund einer Veröffentlichung der „Christ-Katholischen Kirche“ teilt die Anglikanische Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) Folgendes mit:

Auf ihrer Website behauptet die unkanonische „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“, eine Abspaltung von der Nordisch-Katholischen Kirche (der kanonischen Union von Scranton) und Neugründung dieses Jahres (2018):

„… im ökumenischen Dialog mit der Anglikanischen Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) konnte die gegenseitige Einladung zur Eucharistie ausgesprochen werden…“ (Zugriff am 23. Oktober 2018).

Wir entgegnen: Die biblisch begründete und für alle Christen geltende, allgemeine Einladung zum Tisch des Herrn — wie sie in unserem Gebetbuch ausgesprochen wird[1] — kann jedoch nicht exklusiv oder als formelle, bilaterale Absprache mit der „Christ-Katholischen Kirche“ interpretiert werden.

Wir erklären weiterhin: Mit der „CKK“ haben nie formelle „Dialoge“ stattgefunden. Es kann sie auch nicht geben, da die „CKK“ seit ihrer Gründung und zurzeit (Oktober 2018) entgegen ihrer eigenen Theologie ohne Bischof ist (nulla ecclesia sine episcopo, nullus episcopus sine ecclesia): Selbst nach eigenem Verständnis ist sie derzeit keine Kirche.

Es ist seitens der Anglikanischen Kirche in Deutschland auch in Zukunft nicht beabsichtigt, formelle Dialoge zu führen oder Kooperationsvereinbarungen zu schließen.

Fußnote:

[1] Das Allgemeine Gebetbuch (Schwarzenborn 2014), S. 508: „Alle, die unseren Herrn und Heiland Jesus Christus aufrichtig lieben und auf seinen Namen getauft sind, sind herzlich zum Tisch des Herrn eingeladen.“

Quelle: Blog der Anglikanischen Kirche i.D., Mitteilung vom 24. Oktober 2018
(abgerufen am 25. Oktober 2018)

Die Meldung der „Christ-Katholischen Kirche“ im Wortlaut

Eucharistische Gastfreundschaft
Gegenseitige Einladung an den Tisch des Herrn ausgesprochen

Im ökumenischen Dialog mit der Anglikanischen Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) konnte die gegenseitige Einladung zur Eucharistie ausgesprochen werden. Die volle Kirchengemeinschaft konnte hingegen nicht festgestellt werden, da die Anglikanische Kirche in Deutschland hierfür ausdrücklich die Übernahme der 39 Artikel der englischen Reformation voraussetzt.

Quelle: Christ-Katholische Kirche: Meldungen
(abgerufen am 27. Oktober 2018)

Kommentar der deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche

Die Klarstellung der Anglikanischen Kirche in Deutschland (Reformierte Episkopalkirche) ist sehr zu begrüßen. Die Anglikanische Kirche in Deutschland zeigt dadurch nach unserer Einschätzung, dass sie zwei der ökumenisch wichtigsten Entscheidungen der weltweiten anglikanischen Bischofskonferenz (Lambeth Conference) rezipiert hat:
  1. Die von episcopi vagantes geleiteten Gemeinschaften sind aus anglikanischer Sicht keine ordnungsgemäß verfassten Kirchen (Lambeth Resolutions 27/1920, 54/1958). Die Stellungnahme der Anglikanischen Kirche in Deutschland übersetzt hierbei das von der Lambeth-Konferenz gewählte Wort properly constituted („ordnungsgemäß verfasst“) nach orthodoxem Vorbild mit „kanonisch“.
  2. Die Sakramentengemeinschaft mit einer anglikanischen Kirche erfordert nicht notwendigerweise die Annahme der 39 Artikel (Bonn Agreement, Ziffer 3; vgl. z.B. Lambeth Resolution 67/1958). Dass dies die Position der Anglikanischen Kirche in Deutschland ist, war auch schon im Dialog mit der Nordisch-Katholischen Kirche in den Jahren 2013/14 deutlich geworden.

Zum Hintergrund: Die Anglikanische Kirche in Deutschland, seit 2014 geleitet von Bischof Gerhard Meyer als Diözesanbischof, ist das einzige deutschsprachige anglikanische Bistum der Welt. Als Auslandsdiözese der Anglican Church in North America steht sie in voller Kirchengemeinschaft mit zahlreichen theologisch konservativen (und viele Millionen Mitglieder starken) anglikanischen Kirchenprovinzen weltweit.

Warnhinweis aus gegebenem Anlass

In einer anderen Meldung der „Christ-Katholischen Kirche“ wurde eine angebliche Anerkennung der Old Catholic Church of British Columbia (unter deren Jurisdiktion sich die „Christ-Katholische Kirche“ gestellt hat) durch die römisch-katholische Erzdiözese von Québéc behauptet. In der entsprechenden Mitteilung der Erzdiözese (verbreitet von der Old Catholic Church of British Columbia) wird aber lediglich beschrieben,

  1. dass einer der Priester der Old Catholic Church of British Columbia, welcher aber dieser kirchlichen Gemeinschaft erst nach (!) seiner Weihe beigetreten ist (vgl. den Jahresbericht dieser Kirche, S. 7 – November 2004, abgerufen 26. Oktober 2018) einst aus römisch-katholischer Sicht gültig geweiht wurde, und
  2. dass das Sakrament der Taufe in der Old Catholic Church of British Columbia — so wie aus römisch-katholischer Sicht in jeder christlichen Gemeinschaft — gültig gespendet wird.

Von einer allgemeinen Anerkennung der in der Old Catholic Church of British Columbia gespendeten Sakramente durch das römisch-katholische Erzbistum von Québéc oder ein anderes römisch-katholisches Bistum kann keine Rede sein. Auch die Old Catholic Church of British Columbia behauptet dies nicht!

Bischöfe der Union von Scranton besuchen Deutschland

Mit großer Freude geben wir bekannt, dass unser Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad abermals die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche besuchen wird: Vom 9.-11. November 2018 wird er an den Tagen der Begegnung in Mainz teilnehmen. Alle Mitglieder und Freunde unserer Kirche sind hierzu herzlich eingeladen; bei Interesse bitte bei Archidiakon Dr. Daniel Gerte (gerte@nordischkatholisch.de) anmelden.

Ursprünglich war für November auch ein Besuch von Erzbischof Dr. Anthony Mikovsky (Leitender Bischof der Polish National Catholic Church of America und Erzbischof der Union von Scranton) geplant. Dieser musste jedoch verschoben werden: Erzbischof Anthony wird Deutschland nun im Rahmen der nächsten Pastoralkonferenz vom 22.-24. Februar 2019 in der Abtei St. Severin (Kaufbeuren) besuchen.


Erzbischof Dr. Anthony Mikovsky: Foto Jan Gross

Anthony Mikovsky bleibt Leitender Bischof der PNCC

Die XXV. Generalsynode der Polnisch-Katholischen Nationalkirche von Amerika (PNCC) in  Belleville, Illinois, hat Erzbischof Dr. Anthony Mikovsky abermals zu ihrem Leitenden Bischof (Prime Bishop) gewählt. Es ist seine zweite Wiederwahl; er amtiert seit 2010 als 6. Nachfolger von Bischof Franciszek Hodur, dem Gründer der PNCC.

Als Leitender Bischof der PNCC steht er zugleich, im Range eines Erzbischofs, der Bischofskonferenz der altkatholischen Union von Scranton vor. Wir gratulieren herzlichst und wünschen Erzbischof Anthony weiterhin Gottes Segen und Beistand für seinen Dienst in diesem hohen Amt.

Pastoralkonferenz und Priesterweihe in Kaufbeuren

Vom 16.-19. August 2018 besuchte Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche. Nach einem Pastoralbesuch in Gilching stand er der Pastoralkonferenz in der Abtei St. Severin vor und spendete dort am 13. Sonntag nach Pfingsten, den 19. August, dem bisherigen Diakon Franz Schömer das Sakrament der Priesterweihe. Die Primiz feiert der Neupriester am Samstag, den 25. August, um 17 Uhr in Gilching.

Auf der Pastoralkonferenz wurde einstimmig eine strukturelle Verschlankung der deutschen Administratur beschlossen. Sie gliedert sich hinfort in zwei Missions- und Seelsorgebereiche (Kuratien), deren Pastoralteams sich gegenseitig eng unterstützen werden: Erstens die Kuratie St. Michael für Bayern; hierzu zählen auch die exemte Abtei St. Severin und die Notfallseelsorge für Einsatzkräfte beim Bayerischen Roten Kreuz. Zweitens die Kuratie St. Willibrord für Westdeutschland, in deren Verantwortung auch die Auslandsmission Ungarn fällt. Darüber hinaus wurden grundsätzlich-theologische und praktische Fragen im Hinblick auf Kategorialseelsorge, Katechese und Liturgie erörtert.

Besuch des Bischofs und Pastoralkonferenz

Mariä Entschlafung: Mosaik, Palermo, 12. Jh.

Vom 16.-19. August 2018 wird Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad die deutsche Administratur besuchen. Nach einem Besuch bei der oberbayerischen Kuratie St. Michael (in Gilching) wird er eine Pastoralkonferenz in der Abtei St. Severin (Kaufbeuren) leiten.

Ein Wort zur Stunde

Kreuzigung: Fresko, Theophanes der Kreter, 15. Jh.

Angesichts von Kirchenspaltung und weiterer Konflikte in Kirche und Welt rufen wir unsere Gläubigen dazu auf, festzuhalten am „Dienst der Versöhnung“ mit Gott und den Menschen (2 Kor 5,19):

Gott war in Christus und hat die Welt mit sich versöhnt, indem er ihnen ihre Übertretungen nicht anrechnete und in uns das Wort von der Versöhnung niedergelegt hat.

Kurzinformation zur Nordisch-Katholischen Kirche und der neuen „Christ-Katholischen Kirche“

Kirchenväter: Miniatur, Kiewer Rus, 11. Jh.

Aus Anlass aktueller Anfragen und Entwicklungen teilen wir mit:

  1. Die Nordisch-Katholische Kirche hat im Jahr 2012 eine deutsche Administratur mit dem Namenszusatz „Christ-Katholische Kirche“ gegründet.
  2. Den Namenszusatz „Christ-Katholische Kirche“ verwendet die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche nun nicht mehr regelmäßig, da er im ökumenischen Kontext irreführend ist.
  3. Die deutsche Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche besteht ansonsten unter der Leitung von Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad (Oslo) unverändert fort; sie gehört weiterhin zur altkatholischen Union von Scranton und steht in voller Kirchengemeinschaft mit der Polnisch-Katholischen Nationalkirche von Amerika (Mitglied des Weltkirchenrats seit 1948; seit 2006 in communicatio in sacris mit der römisch-katholischen Kirche nach CIC can. 844 §§ 2,3).
  4. Der Name „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ wird nun von einer neu gegründeten Gemeinschaft verwendet, deren Geistliche früher zur deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche gehört haben (teils aus leitender Position entlassen oder suspendiert).
  5. Die neue, von denselben Geistlichen geleitete, Gemeinschaft namens „Christ-Katholische Kirche in Deutschland“ untersteht nicht mehr Bischof Dr. Roald Nikolai Flemestad (Oslo); sie gehört auch nicht zur Union von Scranton und steht weder in Sakramentengemeinschaft mit der Nordisch-Katholischen Kirche noch mit der Polnisch-Katholischen Nationalkirche von Amerika (PNCC).
  6. Die geistliche Grundlage der Nordisch-Katholischen Kirche (Mitglied der norwegischen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen seit 2015) bleibt das Bekenntnis zum Glauben der ungeteilten Kirche (vgl. das orthodox-altkatholische Konsensdokument: Koinonia auf altkirchlicher Basis, hg. U. von Arx, IKZ 79/4, 1989) im Kontext unserer westlichen Kultur.
  7. Alle Gläubigen der Gemeinden in Ebenweiler (St. Andreas), Karlstadt (St. Patrick) und Saarbrücken (St. Barbara), welche auch weiterhin der Nordisch-Katholischen Kirche angehören möchten, bitten wir dringend um Kontaktaufnahme. Die dort bisher amtierenden Ortsgeistlichen sind aus der Gemeinschaft unserer Kirche ausgeschieden. (Für weitere Informationen sei auf die Erklärung der deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche vom 6. Juli 2018 verwiesen.)

Wir rufen unsere Gläubigen dazu auf, den Angehörigen der neuen Gemeinschaft mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen.

Düsseldorf, am Festtag des heiligen Benedikt von Nursia 2018

Prof. Frederik Irenäus Herzberg
Bischofsvikar

Christ-Katholische Kirche wiedergegründet

Erklärung der deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche zur Gründung der „Christ-Katholischen Kirche in Deutschland“

  1. Der frühere Generalvikar der deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche hat sich nun samt mehreren ehemals nordisch-katholischen Geistlichen und Gläubigen der Old Catholic Church of British Columbia (Kanada) unterstellt. Der frühere Namenszusatz unserer Administratur wurde hierzu wiederbelebt, so dass die von ihm geleitete neue Gemeinschaft nun wiederum ‚Christ-Katholische Kirche‘ heißt. Wir respektieren diesen Schritt, bedauern jedoch die Trennung von uns und wünschen allen, die sich dieser neuen Gemeinschaft angeschlossen haben, Gottes Schutz und Segen auf ihrem sicherlich nicht einfachen Weg.

2. Gleichzeitig müssen in diesem Zusammenhang einige Tatsachen richtiggestellt werden. So wurde auf der Internetseite der neugegründeten Christ-Katholischen Kirche (abgerufen am 6. Juli 2018) irrigerweise behauptet, die Old Catholic Church of British Columbia — welche ansonsten gewiss eine lebendige christliche Gemeinschaft ist — werde hinsichtlich ihrer apostolischen Sukzession „sowohl durch die altkatholischen Kirchen der Utrechter Union als auch durch die römisch-katholische Kirche“ anerkannt. Solche Behauptungen werden dadurch erleichtert, dass diese kirchliche Gemeinschaft in Deutschland (ungeachtet eines deutsch-kanadischen Weihbischofs) sehr wenig bekannt ist. Daher folgt hier eine kurze Vorstellung in deutscher Sprache, die von Bischof Joachim Vobbe (Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland) in seinem Bischofsbericht 2008 unter der Überschrift „Utrechter Union und Ökumene“ gegeben wurde:

Es gibt überdies stets eine Fülle von Anträgen von sogenannten alt-katholischen Kirchen aus Amerika und Afrika, die jedoch meist dem Vagantenmilieu entstammen und selten über ihren Klerus hinaus, meist alles Bischöfe, Mitglieder haben. Es gab – sogar recht intensive – Kontakte zu einer Old Catholic Church of British Columbia (Kanada), die neben einem Bischof und einigen Priestern immerhin über drei real existierende Gemeinden mit ca. 3000 Mitgliedern verfügte. […] Der Bischof, den wir schließlich einluden, war ein offener, ehrlicher, sicher auch charismatischer Mann, der für seinen designierten Nachfolger nach einer seriösen Weihe suchte. Allerdings hatte diese kleine Kirche am anderen Ende der Welt keinerlei alt-katholisches Profil. […] Also haben wir den Kontakt wieder aufgegeben.
3. Bischof Vobbe spricht hier die Frage nach der apostolischen Sukzession der Old Catholic Church of British Columbia an. Diese leitet ihre Weihen — über die theosophisch geprägte Glaubensgemeinschaft „Liberal-Katholische Kirche“ — von Bischof Arnold Harris Mathew (1852-1919) her. Dessen Konsekration (und die Weihen all jener Männer, denen er solche gespendet hat) wird wegen seiner fingierten Bischofswahl von maßgeblichen (alt)katholischen Theologen als zweifelhaft angesehen. So beschloss die Internationale Bischofskonferenz der Utrechter Union altkatholischer Kirchen in Bezug auf die von A.H. Mathew konsekrierten Bischöfe am 29. April 1920:

Wir halten es daher für nötig, noch einmal öffentlich zu erklären, dass wir mit diesen Persönlichkeiten in keiner kirchlichen Beziehung stehen. Auf die prinzipielle Frage, ob eine durch sakrilegischen Betrug erschlichene Ordination oder Konsekration überhaupt gültig sein kann, wollen wir uns hier nicht einlassen. Auf jeden Fall wird sich ein Christ, der redlich der Sache des Reiches Gottes dienen will, wohl hüten, sich von einem Manne die Hände auflegen zu lassen, der seine eigenen kirchenamtlichen Befugnisse aus einer so äußerst verdächtigen Quelle herleitet.

Quelle: IKZ 10/2, 1920: 95

Gewiss: Einzelne Priester der Old Catholic Church of British Columbia mögen gültige (katholische oder orthodoxe) Weihen besitzen — etwa Priester Claude Lacroix, auf den die von dieser Gemeinschaft zitierte Richtigstellung der Erzdiözese Québéc Bezug nimmt und der bereits als Priester 2004 in diese Gemeinschaft aufgenommen wurde. Aber die apostolische Sukzession der Old Catholic Church of British Columbia und damit die Gültigkeit der in ihr gespendeten Sakramente (die Taufe ausgenommen) gilt im Allgemeinen als nicht gesichert und genießt daher auch keine Anerkennung durch die römisch-katholische Kirche. Die Bestimmungen von can. 844 §§ 2,3 CIC (communicatio in sacris mit der römisch-katholischen Kirche) finden daher auf die Old Catholic Church of British Columbia keine Anwendung – im Unterschied zu den Ostkirchen oder den Kirchen der Union von Scranton (vgl. z.B. die Joint Declaration on Unity).

4. Die Old Catholic Church of British Columbia genoss 2006-7 eine Mitgliedschaft auf Probe in der Utrechter Union — auch um eine „seriöse“ (s.o. Zitat von Bischof Vobbe) Weihe ihres nächsten Bischofs zu sichern. (Gegen eine Vollmitgliedschaft wurde damals angeführt, dass trotz vorherigen „umfangreiche[n] Abklärungen […] im Bezug auf Theologie und Weihen weiterer Klärungsbedarf besteht“ [IKZ 96/2, 2006: 152f].) Die kanadische Kirche wurde kein Jahr später wieder aus der Utrechter Union verabschiedet, ohne dass es zu einer Weihe durch die Bischöfe der Union gekommen wäre. Als Gründe wurden vor allem Unterschiede in der kirchlichen Identität angeführt und eine künftige Wiedereingliederung in die Utrechter Union ausgeschlossen:

Die [Internationale] Bischofskonferenz gestand gegenüber [dem kanadischen] Bischof LaPlante ein, einen Fehler in der Einschätzung einer möglichen gemeinsamen altkatholischen Identität gemacht zu haben, und erklärte ihm, dass der Weg zur Einbeziehung seiner Kirche in eine größere Gemeinschaft nicht über die Utrechter Union führen könne.

Quelle: IKZ 97/1, 2007: 70

(Angedacht wurde damals ein Anschluss der Old Catholic Church of British Columbia an die Anglikanische Kirche Kanadas [ibid.]. Dadurch hätte, aus Sicht der Utrechter Union, der mutmaßliche Defekt der Weihen jener Kirche immer noch geheilt werden können; denn die mit der Utrechter Union in Kirchengemeinschaft stehende weltweite anglikanische Bischofskonferenz hatte wiederholt empfohlen, von episcopi vagantes — dazu werden gemeinhin die Bischöfe der Mathew-Sukzession gezählt — geweihte Kleriker sub conditione zu reordinieren, wenn sie ansonsten angemessen qualifiziert sind [Lambeth Conference: 1958 Resolution 54; 1920 Resolution 27]. Auch dazu ist es aber, ob aus theologischen oder anderweitigen Gründen, nicht gekommen.)

Über die dogmatische Position der Old Catholic Church of British Columbia, der sich nun die neugegründete Christ-Katholische Kirche unterstellt hat, ist indes immer noch nur wenig bekannt. Die Old Catholic Church of British Columbia war an den ökumenisch-bilateralen theologischen Dialogen der Kirchen der Utrechter Union und der Union von Scranton nie beteiligt. Insbesondere eine Rezeption der orthodox-altkatholischen Konsenstexte (Koinonia auf altkirchlicher Basis, hg. U. von Arx, IKZ 79/4, 1989) ist noch ausstehend.

5. Problematisch ist auch die auf der Internetseite der neuen Gemeinschaft (unter der Überschrift „Geschichte“; abgerufen am 6. Juli 2018) aufgestellte Behauptung, sie sei schon „2012 […] gegründet“ worden und dann eine „Kirche in voller Gemeinschaft mit der Nordisch-Katholischen Kirche“ gewesen. Richtig ist vielmehr der in der damaligen Kirchenzeitung veröffentlichte Bericht von der Gründung: „Mit der Christ-Katholischen Gemeinde in Deutschland wurde zunächst keine neue Kirche gegründet. […] Die Gemeinde der deutschen Christ-Katholiken bildet einen Zweig der Nordisch-Katholischen Kirche“ (Ad Fontes International 1/2012; abgerufen am 6. Juli 2018).

Der deutschen Administratur der Nordisch-Katholischen Kirche wurde bei ihrer Gründung die Selbstbezeichnung ‚christ-katholisch‘ als Namenszusatz zugestanden; dieser wird von ihr seit Ende Juni nicht mehr verwendet. Nun wird kurze Zeit später diese Bezeichnung von einer ganz neu gegründeten Gemeinschaft in Anspruch genommen. Daher sehen wir uns gezwungen, um jedes Missverständnis auszuschließen, zu betonen: Zwischen der neugegründeten Gemeinschaft namens ‚Christ-Katholische Kirche‘ und der Nordisch-Katholischen Kirche besteht, abgesehen von dem Übertritt einiger teils suspendierter Geistlicher, keinerlei Zusammenhang. Wir rufen ungeachtet dessen unsere Geistlichen und Laien dazu auf, den Mitgliedern der neugegründeten Gemeinschaft mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen und sich für die Einheit des Leibes Christi einzusetzen.

Dr. Roald Nikolai Flemestad
Bischof

Prof. Frederik Irenäus Herzberg
Bischofsvikar für Deutschland