Anbetung vor dem Thron Gottes: Bamberger Apokalypse, ca. 1000, fol. 10v

Leib Christi, Leib der Kirche

Das eigene Gebets- und Glaubensleben ist für einen Christen ohne die Gemeinschaft der Kirche, die Jesus Christus gegründet und vorgelebt hat, nicht denkbar. Daher folgen wir als Volk Gottes, so oft wir können, seinem Wort „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ und versammeln uns, um Gottesdienst zu halten und die Eucharistie feiern. Denn wir sind durch die Taufe berufen, in der Gemeinschaft mit unseren Schwestern und Brüdern den Leib Christi nachzubilden (vgl. Kol 3,15), den wir im Sakrament empfangen.

Wir verstehen uns als orthodoxe Kirche mit westlicher Tradition, was sich auch in den Liturgieformen zeigt, denen wir in Deutschland bei der Feier der Eucharistie folgen: Die Normalform unsere Liturgie ist die Kartäuserliturgie — eine sehr ursprüngliche und einfache Form der römischen Liturgie aus dem 11. Jahrhundert, die noch heute in leicht veränderter Form von den Kartäusern gefeiert wird. Gelegentlich wird bei uns auch die frühe Markusliturgie des griechischen Patriarchats von Alexandrien zelebriert — gewissermaßen die „westlichste“ aller orthodoxen Liturgien, mit augenscheinlichen Parallelen zur römischen Liturgie. (Sie lebt in der koptischen Kyrillosliturgie weiter). Als alternatives Eucharistiegebet für besondere pastorale Situationen wird die Anaphora der Traditio apostolica verwendet. 

Lebendige Tradition(en)

Die nordisch-katholische Spiritualität verbindet somit die römische mit der ostkirchlichen Tradition. Hinzukommt die iro-schottische Überlieferung, die einst sowohl in Skandinavien als auch im deutschsprachigen Raum prägend war (man denke u.a. an die sog. „Schottenkirchen“). All dies kommt in unserer — im besten Sinne altkatholischen — Liturgie zum Ausdruck.

Ein liturgisches Praxisbeispiel bietet die nachfolgende Aufzeichnung einer nordisch-katholischen Eucharistiefeier aus unserer Pfarrgemeinde St. Michael in Fredrikstad/Norwegen:

Informationen zu Gottesdienst und Liturgie der Kirche

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